Deutschlandradio Kultur
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KONZERT
11.09.2007 · 20:03 Uhr
Lucerne Festival (Bild: Priska Ketterer Luzern)
Lucerne Festival
Mit Boulez und Barenboim am See
Seit 1998 das von Jean Nouvel entworfene Kultur- und Kongresszentrum
am Vierwaldstätter See eröffnet wurde, hat sich die mittelalterliche
Stadt verwandelt. Das Lucerne Festival hat in den letzten Jahren
immense Anstrengungen unternommen, eines der größten Musikfestivals
Europas zu werden. Deutschlandradio Kultur sendet Ausschnitte aus zwei
Konzerten, die sowohl für die programmatische Ausrichtung als auch für
den qualitativen Anspruch des Festivals exemplarisch sind.
Die Konzertaufzeichnungen vom 6. und 8. September kreisen um den
thematischen Schwerpunkt des Festivals - "Herkunft" - und sind
gleichzeitig als Hommage an György Ligeti und seine musikalische
Heimat Ungarn gedacht.
Das Lucerne Festival Academy Orchestra, eine Auswahl junger
internationaler Spitzenmusiker unter der Leitung von Pierre Boulez,
kombiniert Ligetis Klassiker "Lontano" mit drei Werken, deren
Komponisten sehr unterschiedlich mit ihrer ungarischen Herkunft
umgehen. Béla Bartóks Musik zur Pantomime
"Der wunderbare Mandarin" ist ein Großstadtpanorama, das musikalisch
eher an Strawinskys Werke für Diaghilews Ballett-Compagnie als an
ungarische Traditionen anknüpft. Im Anschluss folgen zwei Gedenk-
Kompositionen: zunächst "Stele" von György Kurtág und schließlich die
Uraufführung des Violinkonzerts "Seven" von Peter Eötvös, das den 2003
verunglückten Astronauten der amerikanischen Raumfähre Columbia
gewidmet ist.
Im zweiten Teil des Abends mit den Wiener Philharmonikern und Daniel
Barenboim erklingt zu Beginn wiederum eine Komposition von Ligeti:
"Atmosphères". Gerade in der Konfrontation mit den darauf folgenden
folkloristisch geprägten Werken von Enescu und Kodály tritt der Sprung
zur internationalen Avantgarde deutlich hervor, den Ligeti vollzogen
hatte, nachdem er Ungarn 1956 verlassen musste.
Lucerne Festival
Kultur- und Kongresszentrum Luzern
Aufzeichnungen vom 6. und
8.9.2007
György Ligeti
"Lontano" (1967)
Peter Eötvös
"Seven"
Memorial for the Columbia Astronauts für Solovioline und Orchester
(Uraufführung)
György Kurtág
"Stele" op. 33 (1994)
Béla Bartók
"Der wunderbare Mandarin" op. 19
Pantomime in einem Akt (rev. Fassung 1926-31)
Akiko Suwanai, Violine
Lucerne Festival Academy Orchestra
Leitung: Pierre Boulez
ca. 21:25 Uhr Konzertpause mit Nachrichten
anschließend:
Zoltán Kodály
Tänze aus Galánta (1933)
György Ligeti
"Atmosphères" (1961)
George Enescu
Rumänische Rhapsodie Nr. 1 A-dur (1901)
Wiener Philharmoniker
Leitung: Daniel Barenboim