Am 10.03.2007, 08:56 Uhr, schrieb Klinger Engelbert
:
> Jürgen Vetter wrote:
>> Am 17.01.2007 23:50 schrieb Marcel Richter:
[...]
>> Daher ist es so wichtig, dass Spiele, die eine FSK 18 haben eben
>> nicht in die Hände von Kindern oder Jugendlichen kommt.
>
> Bevor ich 18 war, waren gerade Dinge die nicht erlaubt waren das
> Interessante. Verhindert hat so ein Verbot nicht unbedingt viel. Damals
> brauchte man noch "Verbindungen" zu älteren etc. Ist heute deutlich
> einfacher und daher eher theoretischer Natur.
Natürlich machen Verbote interessant. Das kenne ich auch aus eigener
Erfahrung. Aber meine Eltern (und ich rede wirklich nicht gerne gut über
sie) haben mir dennoch beigebracht, einige Sachen doof zu finden *obwohl*
sie verboten waren!
>>> 3. Für Jugendliche sind „Killerspiele“ bereits verboten.
>
>>> Der Jugendschutz in Deutschland ist der Verbindlichste in der
>>> demokratischen Welt. In keinem anderen Land wird jedes Spiel vor
>>> seiner Markteinführung von Experten alterseingestuft oder indiziert.
>
>> Hm, ich glaube in USA haben die das auch. Leider schützt die FSK aber
>> nicht davor, dass sich Kinder oder Jugendliche Spiele besorgen, die
>> nicht für ihr Alter geeignet sind. Nochmals: Die Eltern sind in der
>> Verantwortung.
>
> Kids so ab 14 lassen sich nur noch beschränkt kontrollieren. Nicht nur
> im Bereich Computerspiele.
Ach? Du kannst also nicht mehr schauen, was Dein Kind mit 14 in seinem
Zimmer macht? Du hattest bis dahin nicht 14Jahre Zeit, Deinem Kind
beizubringen, sich an gewisse Regeln zu halten und von gewissen Strömungen
fernzuhalten?
[...]
>>> 9. Verbote schaden der Demokratie.
>> Kann man so pauschal nicht sagen. Es ist schon ganz vernünftig, dass
>> man
>> bestraft wird, wenn man Diebstahl begeht, jemanden umbringt oder ein
>> Scheckbetrüger ist um einige Beispiele zu nennen.
>
> Nur geht es hier um Delikte die andere betreffen. Der Dieb nimmt jemand
> anderen was weg, der Scheckbetrüger ebenso. Wer jemand tötet nimmt einen
> anderen das Leben. Wer zuhause zockt, stört soviel wie jemand der schwul
> ist. Ok das war aber auch schon mal verboten.
>
>>> Wo kommen wir hin, wenn Abneigungen in Verbote münden und enge
>>> Moralvorstellungen in Gesetze gegossen werden? Ist es nicht der große
>> Das ist in der Tat falsch.
>>
> Nein das ist richtig. Solange jemand in seiner Wohnung nackt rumläuft
> ist das sein Ding. Wenn jemand in seiner Wohnung spielt ist das sein
> Ding. Selbst wenn ich meinen 12 jährigen zuhause rauchen lasse ist das
> mein Ding. Denn das Verbot von Tabak unter 16 bezieht sich nur auf die
> Öffentlichkeit.
Wenn Du Deine 12jährigen Kinder rauchen und Alkohol trinken lässt, ist das
eindeutig nicht "Dein Ding", denn Du schädigst damit Dein eigenes Kind.
Das recht fertig imho, das Kind aus Dein Obhut zu entfernen.
Sicherlich ist die derzeitige Diskussion über "Killerspiele" weitgehend
unsinnig und von populistischen Aktionismus geprägt! Aber wenn ich
mitbekomme, wie wenig sich manche Eltern mit "modernen Medien" auskennen,
wie sorglos sie ihren Kindern damit den Umgang ermöglichen, dann bin ich
entsetzt. Mir hat einmal eine Mutter ein Spiel (ab 16) angeboten, dass ihr
Sohn (damals 12) illegal kopiert hatte. Da wundert einen doch gar nichts
mehr.
Um es überspitzt zu sagen: ich finde es unglaublich, dass jeder Trottel
ein Kind in die Welt setzen darf und nicht erst einen Eignungstest machen
muss. Aber in dieser Gesellschaft gelten Kinder nun einmal als "Wert an
sich".
Da so eine Kindererziehung-Eignungstest natürlich nicht Mehrheitsfähig
ist, kann ich es nur begrüssen, wenn die staatliche Kinderbeträung (auf
freiwilliger Basis) erweitert wird und die Konzepte und Ausbildung des
Personals verbessert werden. Und für den unverbesserlichen Rest, der auf
sein Verhalten vielleicht auch noch stolz ist, haben wir dann weiterhin
das Prekariat und die Nachmittagstalkshows...
--
Wir wurden durch das Fernsehen aufgezogen in dem Glauben, dass wir alle
irgendwann mal Millionäre werden, Filmgötter, Rockstars. Werden wir aber
nicht. Und das wird uns langsam klar. - Fight Club