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Group: de.soc.weltanschauung.christentum · Group Profile
Author: wegzeiger
Date: Jun 1, 2008 11:27

Seit undenkbar langen Zeiten wurde das Universum geschaffen. Darin
entwickelten sich zahlreiche Galaxien. Und in diesen wiederum Milliarden
von Sonnen. Diese Sonnen haben zuweilen auch Trabanten, die sie umkreisen.

Unsere Sonne ist eine davon. So verschwindend klein dieses Kügelchen in
der Gesamtheit auch ist, es entwickelten sich darauf Lebewesen. Manche
groß, viele klein und noch mehr super-super-mini-klein.

Nur eine Sorte davon entwickelte das, was sie "Intelligenz" nennt -- das
Denkvermögen. Zwar war das ein Fehler, denn mit dieser Intelligenz
entstand auch die Habgier, weswegen diese Art von Lebewesen auch nicht
besonders lange leben wird. Die übrigen Lebewesen, die keine Intelligenz
haben, sind dennoch klüger. Denn sie morden nicht, um anderer Reichtümer
zu rauben. Und sind so natürlich geblieben, dass sie die Schädigungen
der Natur -- zumeist durch uns Menschen hervorgerufen -- überleben werden.

Die Intelligenz führte aber dazu, dass die Menschen über sich
nachdachten. Da es viele Dinge gab, die sie sich nicht erklären konnten,
schufen sie sich im Geiste Vorstellungen über die Große Kraft, die das
alles geschaffen hat. Diese nannten sie in der deutschen Sprache "Gott".
Gleich kamen ein paar Chancenverwerter heran, die diese
Gottesvorstellung für sich vermarkteten. Die Seher haben zuweilen
beschrieben, welche Vorstellung sie von der Höchsten Kraft durch
Meditationen erhalten haben. Das wurde irgendwann irgendwo
niedergeschrieben. Allerdings nicht ohne egoistische Bezüge zum
Leithammeltum, dass sich viele anmaßten. Dabei hatten die es leicht,
denn viele der Lebewesen, die wir "Menschen" nennen, lassen lieber
denken und sich alles vorkauen, statt selber zu denken.

Um nun die einmal gewonnene Herrschaft über diese Schar zu behalten,
schufen sie Gruppen, die die Hohe Kraft unter dem vorgestellten Namen
"Gott" verehren sollten. Es wurde -- mehr oder weniger genau --
beschrieben, wie das zu geschehen habe und was dem nicht entspräche. Es
wurden enge Regeln geschaffen, innerhalb derer man denken und handeln
durfte. Alles andere war, wie sie es nannten, Sünde. Und wer sündigt, so
drohten sie, wäre sehr schlecht angesehen bei der Hohen Kraft, bei dem
Göttlichen. Aber davon könne man sich befreien, indem man seine Sünden
beichtete. Allerdings kamen nun wiederum einige davon auf den Trichter,
dieses nicht nur -- obwohl es so in den diversen "Weisen Büchern"
beschrieben steht -- nur für sich im stillen Kämmerlein vor sich gehen
zu lassen; oh nein, zu den "Verkündern" der Lehre solle man kommen --
und die würden gegen materielle Werte mittels Gebeten diese Sünden
verloren gehen lassen. Merkwürdig nur, dass die reichsten Leute am
meisten sündigten, und dieses mit noch mehr Geld immer wieder loswurden.

Noch heute glauben viele, es mache Sinn, über die Existenz, über die Art
und über den Grat der Menschlichkeit des Göttlichen zu debattieren. Oder
Anhänger einer anderen Glaubensgemeinschaft gering zu schätzen, weil sie
nicht "richtig" glauben. Oder den falschen Gott anrufen. Falschen
Gott??? Welches ist denn wohl der "richtige Gott", wenn es doch nur
einen Erschaffer des gesamten Universums gibt? Was maßen sich diese
Menschen an? Wissen sie alle nicht, wie winzig sie sind? Leben auf einer
glühenden Kugel, die nur von außen eine dünne, durch Abkühlung
entstandene feste Oberfläche hat? Und sie demnach nur glauben lässt, sie
stünden auf "festem Grund"? Wie ist das dann mit den Erdbeben, wo so
vieles kaputt geht, was Menschen schufen? Und mit Tsunamies?

Und da gibt es Menschen, die zwar viel denken, aber keine Antwort auf
die Frage finden, warum ihr "Gott" solches zulässt! Würden sie sich
vergegenwärtigen, dass es auf der Welt unzählige super-kleine Lebewesen
gibt, von denen sie mit jedem Schritt einige oder auch mehrere
zertreten, dann würden sie recht bald merken, dass ihre Überlegungen
irrig sind. Aber sie möchten den Erschaffer in eine gewisse moralische
Pflicht nehmen, indem sie sich vorstellen, dass ein "wahrer Gott" so
nicht handeln kann und darf. Wie oft sie selber gegen solche -- von
ihnen eingeforderten Regeln -- verstoßen (sowohl unbewusst als auch
bewusst) und sie sich vielleicht erst einmal selbst um einen guten
Umgang untereinander, statt sich zu verunglimpfen, bemühen sollten. Dann
wäre es vielleicht nicht mehr ganz so schwer zu verstehen, warum das
Göttliche so handelt, wie es das tut.

Wer sich jemals mit den gewaltigen Dimensionen des Weltalls befasst hat,
weiß, wie nichtig wir sind. Somit ist es auch unser Tun und Denken. Im
ewigen Lauf des Universums wird die Existenz von uns "intelligenten
Wesen" mal gerade ein Blitzlein gewesen sein, von anderen nicht
wahrgenommen.

Immer wieder wird darüber spekuliert, ob es im Universum auf anderen
Planeten auch noch eine Form von Leben, ja, möglicherweise sogar
Lebewesen gäbe. Dabei stellt man sich gleich wieder so etwas ähnliches
vor, wie wir selbst -- welch eine Beschränkung! Das Universum, das
Göttliche, hat Milliarden von Möglichkeiten, Leben zu schaffen. Mal
vorgestellt, es gäbe auf anderen Planeten Lebewesen, die uns "entdecken"
würden, dann müssten sie uns technisch -- also auch von ihrem Wesen her
-- so überlegen sein., dass wir wohl wünschen würden, sie hätten uns nie
gefunden. Denn Lebewesen, die sich gegenseitig aus Habgier, Neid und
Eigensucht gegenseitig umbringen, wie die "Erdlinge", wären für sie, die
vielleicht viel höhere Wertmaßstäbe hätten, wohl kaum ein adäquater
Umgang. Einmal wumms -- und weg damit. Weltall ein wenig gesäubert! So
wäre das vielleicht.

Hermann
-wegzeiger-

--
"wegzeiger" ist nicht nur ein nick, siehe: www.die-wegbeschreibung.de
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