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Author: MuedingMueding Date: Oct 30, 2007 22:23
Frau Merkel unterliegt einem grundsätzlichen Irrtum oder sie behauptet
entgegen besserem Wissen die Unwahrheit:
"Unser Ziel ist, soweit wie möglich die Arbeitslosenbeiträge zu senken,
weil das die Lohnnebenkosten entlastet und damit wieder mehr Arbeitsplätze
schafft."
Und wie genau soll das gehen, von welchem Zusammenhang zwischen
Lohnnebenkosten und Arbeitskräftebedarf geht Frau Merkel aus?
Auch eine Bundeskanzlerin, eine gelernte Naturwissenschaftlerin sollte
eigentlich wissen, dass sich der Arbeitskräftebedarf eines Unternehmens aus
allem Möglichen, nur nicht aus der Höhe der Lohnnebenkosten ergibt.
Ein Unternehmen wird immer nur die Arbeitskräfte beschäftigen, die es real
benötigt. Niemand wird mehr Personal, als unbedingt nötig, beschäftigen,
nur weil sich die Lohnnebenkosten verringert...
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Author: Andre SokolewAndre Sokolew Date: Oct 31, 2007 00:42
"Mueding" schrieb:
> Frau Merkel unterliegt einem grundsätzlichen Irrtum oder sie
> behauptet entgegen besserem Wissen die Unwahrheit:
> "Unser Ziel ist, soweit wie möglich die Arbeitslosenbeiträge zu senken,
> weil das die Lohnnebenkosten entlastet und damit wieder mehr
> Arbeitsplätze schafft."
Zur Verteidigung unserer Kanzlerin möchte ich anmerken, dass das nicht von
ihr kommt und dass inzwischen _unglaublich_viele_ dieser Unsinn nicht wider
besseres Wissen nachplappern, sondern fest daran glauben.
> Ein Unternehmen wird immer nur die Arbeitskräfte beschäftigen, die
> es real benötigt. Niemand wird mehr Personal, als unbedingt nötig,
> beschäftigen, nur weil sich die Lohnnebenkosten verringert haben.
So ist es.
Aber Dir wird gleich entgegengehalten werden, dass wir uns in einem globalen
Wettbewerb befinden und die Arbeitsplätze, die in Deutschland zu teuer sind,
ins Ausland verlagert werden. Nein, mir konnte auch noch niemand erklären,
wie das bei Wachdiensten, Zimmerfrauen in Hotels oder Postzustellern gehen
soll, aber das "Argument" wird kommen.
Und das ist nur zu berechtigt.
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Author: Franz Glaser (G)Franz Glaser (G) Date: Oct 31, 2007 09:26
On 31 Okt., 00:42, "Andre Sokolew" wrote:
> "Mueding" schrieb:
>
>> Ein Unternehmen wird immer nur die Arbeitskräfte beschäftigen, die
>> es real benötigt. Niemand wird mehr Personal, als unbedingt nötig,
>> beschäftigen, nur weil sich die Lohnnebenkosten verringert haben.
>
> So ist es.
>
> Aber Dir wird gleich entgegengehalten werden, dass wir uns in einem globalen
> Wettbewerb befinden und die Arbeitsplätze, die in Deutschland zu teuer sind,
> ins Ausland verlagert werden. Nein, mir konnte auch noch niemand erklären,
> wie das bei Wachdiensten, Zimmerfrauen in Hotels oder Postzustellern gehen
> soll, aber das "Argument" wird kommen.
>
> Und das ist nur zu berechtigt.
Das ist zu kurz gedacht.
Die Kostenrechner scannen ununterbrochen alle Aufwendungen im Unter-
nehmen durch und sparen dort, wo gerade eine Aufwandsspitze ist.
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Date: Oct 31, 2007 12:10
"Mueding" schrieb im Newsbeitrag
news:2m0pb5gbalau.b1bdpjeazf31$.dlg@40tude.net...
> eigentlich wissen, dass sich der Arbeitskräftebedarf eines Unternehmens
> aus
> allem Möglichen, nur nicht aus der Höhe der Lohnnebenkosten ergibt.
ein Semester Volkswirtschaft würde dir nicht schaden. Warum haben wir denn
keinen höheren 'Bedarf' an Arbeitskräften? (zumindest für einfache
Arbeiten) Weil anderswo billiger produziert wird...und Lohnnebenkosten sind
Arbeitskosten!
PvH
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Author: Franz GlaserFranz Glaser Date: Oct 31, 2007 14:25
INGRID - Franz Glaser (G) wrote:
> On 31 Okt., 00:42, "Andre Sokolew" wrote:
>> "Mueding" schrieb:
>>
>>> Ein Unternehmen wird immer nur die Arbeitskräfte beschäftigen, die
>>> es real benötigt. Niemand...
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Author: LiberoLibero Date: Oct 31, 2007 16:38
On 31 Okt., 00:42, "Andre Sokolew" wrote:
> Reicher Mann und armer Mann
> standen da und sah'n sich an.
> Und der Arme sagte bleich:
> Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.
Der Arme wäre ohne den Reichen noch viel ärmer, denn nur der Reiche
kann durch sein Kapital Arbeitsplätze schaffen.
Schliesslich profitiert auch Hotel- und Gaststättenpersonal, wenn
*Reiche* in diesen Etablissements ihr Geld ausgeben.
Oder schau mal nach Indien: früher war die breite Masse bitterarm,
seit der Öffnung des Landes für den Weltmarkt profitieren auch breite
Bevölkerungsschichten vom Wohlstand.
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Author: Ingo MengerIngo Menger Date: Oct 31, 2007 17:17
On 30 Okt., 22:23, Mueding wrote:
> Frau Merkel unterliegt einem grundsätzlichen Irrtum oder sie behauptet
> entgegen besserem Wissen die Unwahrheit:
> "Unser Ziel ist, soweit wie möglich die Arbeitslosenbeiträge zu senken,
> weil das die Lohnnebenkosten entlastet und damit wieder mehr Arbeitsplätze
> schafft."
> Und wie genau soll das gehen, von welchem Zusammenhang zwischen
> Lohnnebenkosten und Arbeitskräftebedarf geht Frau Merkel aus?
Angebot-Nachfrage.
Eine Autowäsche kostet mich z.B. 12 EUR. Das kann ich mir ab und zu
leisten. Würde es 15 EUR kosten, würde ich es mir seltener leisten.
Bei 100 EUR gar nicht mehr.
> Auch eine Bundeskanzlerin, eine gelernte Naturwissenschaftlerin sollte
> eigentlich wissen, dass sich der Arbeitskräftebedarf eines Unternehmens aus
> allem Möglichen, nur nicht aus der Höhe der Lohnnebenkosten ergibt.
Natürlich muß eine Naturwissenschaftlerin an und für sich gar nichts
über VWL wissen, alleridngs ist der Zusammenhang derartig einfach, daß
ihn jedes Kind weiß.
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Author: Ingo MengerIngo Menger Date: Oct 31, 2007 18:38
On 31 Okt., 17:41, Wolfgang Schwanke wrote:
>> On 30 Okt., 22:23, Mueding wrote:
>>> Und wie genau soll das gehen, von welchem Zusammenhang zwischen
>>> Lohnnebenkosten und Arbeitskräftebedarf geht Frau Merkel aus?
>
>> Angebot-Nachfrage.
>> Eine Autowäsche kostet mich z.B. 12 EUR. Das kann ich mir ab und zu
>> leisten. Würde es 15 EUR kosten, würde ich es mir seltener leisten.
>> Bei 100 EUR gar nicht mehr.
>
> Du wirst aber Dein Auto nicht 10 mal am Tag waschen lassen, selbst wenn
> die Wäsche nur 1 Pfennig kosten würde. Du wirst es, egal wie billig es
> sein mag, nicht öfter tun, als es sachlich notwendig ist.
Das ist korrekt. (Dann aber gebe ich das gesparte Geld natürlich für
andere Sachen aus. Vielleicht für Schuheputzen. Was ich derzeit selber
mache.)
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Author: Andre SokolewAndre Sokolew Date: Oct 31, 2007 20:39
"Libero" schrieb:
>> Reicher Mann und armer Mann
>> standen da und sah'n sich an.
>> Und der Arme sagte bleich:
>> Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.
> Der Arme wäre ohne den Reichen noch viel ärmer, denn nur
> der Reiche kann durch sein Kapital Arbeitsplätze schaffen.
Du kannst Deinen Beißreflex auch 'mal zur Ordnung rufen, wenn Du meinen
Namen liest. Ich habe nicht behauptet, dass Arme ohne Kapital im
Kapitalismus reich werden können, sondern
>> Marx viele Bücher geschrieben, um den Kapitalismus zu
>> beschreiben. Brecht hat nur vier Zeilen gebraucht:
Es ist das Grundprinzip des Kapitalismus, das mit diesen vier Zeilen
ausgedrückt wird, genau so funktioniert er und genau deshalb funktioniert
er: Durch Ausbeutung. Man kann das gut oder schlecht finden, genau wie man
den Wechsel der vier Jahreszeiten gut oder schlecht finden kann, aber es ist
Unsinn, darüber streiten zu wollen, solange Kapitalismus existiert.
Worüber man streiten muss, ist die unchristliche Gier der Reichen und die
Unverfrorenheit, mit der sie das Volk belügen.
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Author: Andre SokolewAndre Sokolew Date: Oct 31, 2007 20:46
"peter van haag" schrieb:
> Warum haben wir denn keinen höheren 'Bedarf' an Arbeitskräften?
> (zumindest für einfache Arbeiten) Weil anderswo billiger produziert
> wird...
Hallo Muendig,
hatte ich's nicht gesagt: Es wird kommen, dieser dümmliche Spruch.
"peter van haag" hat überhaupt nicht reflektiert, dass Du geschrieben hast:
| Niemand wird mehr Personal, als unbedingt nötig,
| beschäftigen, nur weil sich die Lohnnebenkosten
| verringert haben.
wahrscheinlich ist er dazu auch gar nicht in der Lage, aber er lässt seinen
Spruch ab.
Meine Vorhersage war kein Kunststück.
Da kannst Du Dein Monatseinkommen drauf verwetten, das klappt immer.
Mehr fällt diesen Leuten einfach nicht ein.
Andre
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