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http://www.morgenpost.de/content/2008/04/13/biz/956870.html
Farben atmen und mit Gott sprechen
LSD hat wie keine andere Substanz Medizin, Literatur, Kunst und Pop
inspiriert. Nun wird die rätselhafte Droge 65 Jahre alt - und ist fast
vergessen. Sie passt nicht mehr in unsere Zeit - Von Thomas Lindemann
Laborarbeit muss nicht öde sein. Das hat Albert Hofmann erfahren. Im
April 1943 sucht der Chemiker für die Firma Sandoz in Basel nach einem
Kreislaufmittel. Am 16. April, einem Freitag, arbeitet er mit dem Pilz
Claviceps purpurea, der das so genannte Mutterkorn bildet. Er
synthetisiert daraus Lysergsäure-Diäthylamid - und berührt die
Flüssigkeit mit den Fingern.
So beginnt der erste LSD-Trip der Geschichte. Der Laborant fühlt sich
krank, fährt heim und legt sich hin. Dort "wirken ununterbrochen
phantastische Bilder von außerordentlicher Plastizität und mit
intensivem, kaleidoskopartigem Farbenspiel auf mich ein", berichtet er
später. Ein Stuhl, der neben dem Bett stand, beginnt zu leben - "von
innen heraus".