Am Wed, 17 Sep 2008 11:53:46 +0200 schrieb Bernd Köhler:
> Na bitte, geht doch! Amerikanische Banken machen reihenweise
> Pleite. Wundern tuts übrigens keinen, der sich ein wenig auskennt
> und die Entwicklung in den letzten Jahren im "Turbo-Kapitalismus"
> amerikanischer Prägung verfolgt hat.
>
> Jetzt hat es endlich die renommierte Investment Bank "Lehman Brothers", zu
> deutsch, die Lehmann Brüder, erwischt (sind doch wohl nich meine
> Nachbarn, die heissen auch Lehmann, na, gleich mal horchen ).
>
>
> Zuvor hatte die "Bank of America" schon die marode Banken "Merrill Lynch",
> "Fannie Mae" ( is das ne Schwester von Meggy Mae, der Sängerin??)
> und "Freddie Mac" (was die für lustige Namen ham da drüben,
> Wahrscheinlich n Cousin von den berühmten Freddy Mercury oder so,
> bei uns heissen die Banken noch Deutsche Bank, Dresdner Bank, usw.,
> so wie sich das gehört und nicht "Gustav Bartels" oder "Berta Conrad" )
> gekauft und damit möglicherweise gerettet.
>
>
> Jetzt kommt auch noch der Versicherer AIG hinzu. Auch hier tritt die
> amerikanische Regierung wieder flink mit einem Kredit von 85
> Milliarden Dollar zur Seite. Vor lauter Milliarden von Dollar und Euro
> schwirren einem reglrecht die Sinne. Vielleicht ist das ganze gar nicht
> mehr real , sondern nur noch virtuell, so wie die Kriegsspiele auf
> dem Computer.
>
>
> Die amerikanische Regierung ist doch selbst hoch verschuldet, da fragt
> man sich schon, wie es möglich ist , Dutzenden von maroden Banken und
> Versicherungskonzernen zu helfen. Die hauen hier mal eben 200 Milliarden
> raus, da 500 Milliarden usw. Wahrscheinlich haben die im Keller
> des "Weissen Hauses" eine Gelddruckmaschine oder was?
Nein, haben sie nicht, da der us-amerikanische Staat schon vor langer Zeit
die Lizenz zum Gelddrucken an einige private Banken abgetreten hat.
Das Geld, welches jetzt an die Pleite-Unternehmen gegeben wird, muß der
US-Staat bei den Privat-Banken, konkret bei der FED gegen entsprechende
Zinsen leihen und natürlich theoretisch zurückzahlen.
Praktisch ist ein zurückzahlen natürlich überhaupt nicht eingeplant und
auch nicht denkbar - es geht um die die Zinsen.
Diese Privatbanken kaufen Papier und Farbe, drucken Geld, verleihen es an
den Staat und erhalten als Lohn Jahr für Jahr die Zinsen. So schaufelt man
Teile der Werte, die das Volk im Verlauf der Jahre schafft dauerhaft in
fremde Taschen.
Damit hat doch selbst diese Pleitenwelle zumindestens für die Eigentümer
der FED einen positive Aspekt, um so mehr Kredite der Staat bei ihnen
aufnimmt, die er nie zurückzahlen kann, um so langfristiger sind ihre
Einnahmen aus Zinsen, ohne je dafür etwas wirklich leisten zu müssen, außer
dem einmaligen Aufwand des Druckens.
Ein perfektes System.
Jetzt kann man natürlich entgegenhalten, daß das Geld ja durch die immer
weiter steigende Geldmenge ja immer wertloser wird. Stimmt und betrifft uns
Normalos ganz sicher. Aber die wirklich Reichen, die besitzen ja dieses
Geld auch nur als Tauschmittel für wirkliche Werte - warum hat sich wohl
der Edelmetallaufkauf in den letzten Jahren so ausgeweitet, wo landet
dieses Gold z.B.?
mueding
>
>
> Die Schulden der "Lehman Brothers" liegen mal eben bei 433 Milliarden
> Euro, so what, sind doch peanuts oder??
>
>
> Komisch, in keinem anderen Land der Erde machen Banken pleite, nicht
> in Russland, nicht in China, nicht im Irak, nicht in Frankreich, nicht in
> Deutschland, nicht in Schweden, nicht in Dänemark,
> schon garnicht in der Schweiz und in anderen Staaten
> auch nicht.
>
>
> Nur im Musterland des Kapitalismus geht eine Bank nach der anderen vor die
> Hunde und zwar nicht mal eben so, sondern mit einem Schuldenberg, der
> dem Haushaltsvolumen eines kleinen Landes entspricht. Is schon erstaunlich!
>
>
> Woran liegts??
>
> Es liegt daran , dass die amerikanischen Banken nicht solide, nicht
> vorausschauend, nicht seriös arbeiten.
> Es fehlt jegliche Form des langfristigen, planvollen und verantwortlichen
> Managements der von den Kunden (auch Deutsche ) anvertrauten Gelder.
>
>
> Ziel ist einzig und allein das schnelle Geld, die schnelle Gewinnmaximierung
> und das ohne jede Absicherung der Risiken.
> Es wird gezockt und spekuliert auf Teufel komm raus, mit Versprechungen
> an die Bankkunden, die kein Mensch einhalten kann.
>
>
> Wenn deutsche oder schweizerische Banken so wirtschaften würden, wären wir
> alle längst Pleite.
>
>
> Deswegen hält sich meine Anteilnahme in sehr engen Grenzen. Wer so
> verantwortungslos
> mit dem Geld anderer Leute umgeht und meint er spielt "Monopoly", gehört weg
> vom Welt-Finanzmarkt.
>
>
> Mir können auch die deutschen Anleger nicht leid tun. Wer meint, er müsse
> seinen Lebensunter-
> halt damit verdienen, dass er tagein, tagaus zockt, spekuliert, Aktienpakete
> hin- und herschiebt, den ganzen Tag am Computer sitzt und Aktienkurse
> verfolgt,
> darf sich nicht wundern, wenn er eines Tages eine unsanfte Bruchlandung
> macht.
>
>
> Wenn die Gier das Hirn zerfrisst, ist der Misserfolg vorprogrammiert.
>
>
> Die Leute, die meinen sie wären Onkel Dagobert und könnten abends
> in der Badewanne in Geldscheinen baden, müssen endlich mal was
> vor den Latz kriegen.
>
>
> Ich habe noch nie eine Aktie gekauft , ich werde
> in diesem Leben auch niemals so einen Mist kaufen und schon garnicht
> bei einer amerikanischen Bank, die den
> Riesengewinn in 2 Tagen verspricht.
> Genauso gut könnte ich das Geld zum Fenster rauswerfen.
> ( Das hätte wenigstens noch den Erfolg, dass sich vorbeigehende
> Fussgänger daran erfreuen könnten.)
>
>
> Wer so einem "Raubtier-Kapitalismus " ( das ist die Form des Kapitalismus,
> bei der jede Verantwortung, jedes Augenmass und jeglicher soziale Aspekt,
> also jegliche Absicherung , und sei es nur die Absicherung des finanziellen
> Risikos, fehlt ) wie er in den USA herrscht, hinterher rennt,
> ist entweder ignorant oder blöd oder beides . Wer meint, er könne
> hier eine schnelle Mark machen, liegt falsch und muss halt
> mal kräftig auf die Schnauze fallen. Es ist zu hoffen, dass es sehr
> viele trifft.
>
>
> Selbst der Zuchtmeister der SPD, der olle Münte erkannte zu Zeiten, als er
> noch bei klarem Verstand war, dass die Banken und Investoren aus Übersee
> wie Heuschrecken über uns herfallen, in kurzer Zeit alles kahlfressen und
> sich dann schleunigst zum nächsten Fleischnapf verabschieden.
>
>
>
> Wo er Recht hat, hat er eben Recht , der Münte, der fering. Würde man ihn
> heute allerdings auf den Terminus "Heuschrecken" ansprechen, wüsste er
> wahrscheinlich garnicht, was das Wort bedeutet, der arme Kerl.
> Ebensowenig könnte er das Wort "Arbeiter" erklären, für ihn mittlerweile
> ein Fremdwort.
>
> Aber wo er sich auskennt, das ist die Mitte. Mittelklasse, Mittelstand,
> überhaupt, die Mitte is immer gut, jedenfalls besser als unten. Wer möchte
> schon
> unten sein, Münte und Gerd jedenfalls nich. Und oben? Na gut, dass wäre
> für die SPD dann doch eher unangemessen.
>
>
> Und so werden wir in den nächsten Monaten noch jede Menge Banken in Amerika
> erleben, die jämmerlich abkacken, dank eines verantwortungslosen,
> unfähigen Managements.
>
>
> Lasst uns daher ruhig in den Fernsehsessel zurücklehnen und genüsslich die
> Auswirkungen ,die diese unfähigen, gierigen Geier verantworten , in der
> Glotze verfolgen und das eine oder andere Bierchen trinken.
>
>
> Macht richtig Spass, zu beobachten wie die Spekulations-Wichte plötzlich
> kalte Füsse kriegen und in Panik geraten, wenn ihnen die vielen Dollars oder
> Euros davonschwimmen. So, what!
>
>
> Mir ist das ganze so was von scheissegal und ich kann meine
> Schadenfreude angesichts dieser grenzenlosen Geldgier gewisser
> Möchtegerne-Kapitalisten nicht verhehlen.
>
>
> God bless you, my gentle "Lehman-fans".