VDS: Datamining und der "Datenraum"
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VDS: Datamining und der "Datenraum"         


Author: Dominic Valerie Casare
Date: Aug 22, 2008 01:38

Quelle:
http://netzpolitik.org/2008/vorratsdatenspeicherung-data-mining-und-der-datenrau.../

Vorratsdatenspeicherung: Data-Mining und der “Datenraum”

Wie aktuelle Beispiele[0] zeigen, ist der beste Datenschutz noch immer
Datenvermeidung[1]. Denn wenn Datensätze einmal existieren, werden sie
allzu oft zweckentfremdet genutzt. Auch die Vorratsdaten wecken
Begehrlichkeiten bei “Bedarfsträgern” und Profilern. Welche
Möglichkeiten diese Datenberge für Data-Mining-Techniken bergen, ist nur
schwer vorstellbar.
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14 Comments
Re: VDS: Datamining und der "Datenraum"         


Author: Heiko Recktenwald
Date: Aug 23, 2008 01:44

Dominic Valerie Casare wrote:
> Den historischen Inbegriff des allgegenwärtigen Überwachungsstaats, das
> Panoptikum, hält der Autor jedoch hierfür für unzureichend. Da der
> Einzelne im Panoptikum nie wissen konnte, ob er gerade überwacht wird,
> verinnerlichte er deswegen ein konformes Verhalten, als ob er überwacht
> würde.

Zum Beispiel beim Arbeitsamt.
> Die aktuelle sicherheitspolitische Entwicklung seit 9-11 kann
> jedoch besser mit dem Begriff des Panspectron[4] beschrieben werden.
> Dabei werden erst einmal so viel wie möglich Daten ohne einen
> Anfangsverdacht gesammelt. Einzelne Individuen tauchen dann nur noch
> auf, wenn konkrete Fragen (mittels Data Mining) beantwortet werden müssen.

Meinst Du Anfragen der Staatsanwaltschaft bei der Telekom?

Was der Begriff des "Datenraumes" an Erkenntnisgewinn bringen soll, ist
mir schleierhaft geblieben. Und warum das Panoptikum ausgedient haben
soll erst recht. Praktisch heisst Panoptikum doch: je mehr wir uns
darueber aufregen, desdo besser funktioniert es. Und das ist jetzt anders?

H.
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Re: VDS: Datamining und der "Datenraum"         


Author: Dominic Valerie Casare
Date: Aug 24, 2008 03:32

On Sat, 23 Aug 2008, Joe N. wrote:
> Dominic Valerie Casare proclaims:
>> würde. Die aktuelle sicherheitspolitische Entwicklung seit 9-11 kann
>> jedoch besser mit dem Begriff des Panspectron[4] beschrieben werden.
>> Dabei werden erst einmal so viel wie möglich Daten ohne einen
>> Anfangsverdacht gesammelt. Einzelne Individuen tauchen dann nur noch
>> auf, wenn konkrete Fragen (mittels Data Mining) beantwortet werden
>> müssen.
> So einfach ist das wohl nicht (hieß es mal...):
> http://tinyurl.com/5nvpwq

Es ist/wird so einfach, wie man es *macht*. Liegen die Daten chaotisch
verstreut irgendwo im Netz, ist es relativ schwer, sie in dieser Art
zu erheben und strukturiert abzubilden. Mit der VDS wird allerdings...
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Re: VDS: Datamining und der "Datenraum"         


Author: Dominic Valerie Casare
Date: Aug 24, 2008 04:04

On Sat, 23 Aug 2008, Heiko Recktenwald wrote:
> Dominic Valerie Casare wrote:
>> Die aktuelle sicherheitspolitische Entwicklung seit 9-11 kann jedoch besser
>> mit dem Begriff des Panspectron[4] beschrieben werden. Dabei werden erst
>> einmal so viel wie möglich Daten ohne einen Anfangsverdacht gesammelt.
>> Einzelne Individuen tauchen dann nur noch auf, wenn konkrete Fragen
>> (mittels Data Mining) beantwortet werden müssen.
> Meinst Du Anfragen der Staatsanwaltschaft bei der Telekom?

Ich nicht, der Autor wenn schon. ;)

Gemeint ist hier die (geplante) Abfrage der Vorrats-Daten durch eine
'autorisierte Stelle'. Ob das letztlich nur die Staatsanwaltschaft sein
kann, oder vllt auch der Verfassungsschutz sei mal dahingestellt. Es
handelt sich auch nicht nur um *eine* abfrage bei *einem* Provider,
sondern eine (moegliche) automatisierte Abfrage mehrerer Datenbanken in
Folge einer initialen Datenerhebung bei z.B. der Telekom.
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Re: VDS: Datamining und der "Datenraum"         


Author: Dominic Valerie Casare
Date: Aug 26, 2008 05:21

On Tue, 26 Aug 2008, Joe N. wrote:
> Dominic Valerie Casare proclaims:
>> On Mon, 25 Aug 2008, Joe N. wrote:

[Bewusstseinswandel ueber KiPo-Datenfahndung]
> Thereotisch klingt Fraud-Detection IMO schon praktisch. Sonst wird die
> Kreditkarte einfach (bis zum Limit) weiterverwendet. Das sollte also
> ein Vorwarner sein. Mglw. ist aber die Differenzierung zwischen
> Betrüger und Betrogenem etwas inadäquat - ich weiss es nicht, mir ist
> sowas noch nicht passiert.

ICh habe das Bsp bewusst gewaehlt, weil es genau so stattgefunden hat
und durch die Medien ging. Da gerieten (auch unschuldig) Leute unter
KiPo-Verdacht, weil mit deren Kreditkartendaten irgendwo Zahlungen fuer
so ein illegales Angebot im Netz getaetigt wurden, allerdings nicht von
den Inhabern selbst. Ermittelt werden konnte dies ueber behoerdliche
Abfragen der Transaktionsdaten, also schon etwas, was in die Richtung
VDS geht, zumindest vom Prinzip her.
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Re: VDS: Datamining und der "Datenraum"         


Author: Heiko Recktenwald
Date: Aug 29, 2008 09:01

Dominic Valerie Casare wrote:
>>> Wenns nach unserer Regierung ginge, auch noch 'jede ueber IT begangene
>>> Straftat' - also inklusive Urheberrechtsverletzungen, Beleidigung in
>>> Foren usw. - aber das wird wohl nicht so einfach klappen.
>>
>> Ich fände es schon einen Erfolg einige Malware-Quellen stillzulegen...
>
> Dazu waere aber die VDS vollkommen ungeeignet. Bei der Malware existiert
> mittlerweile eine gut organisierte Schattenwirtschaft und die weiss sich
> auch zu schuetzen (bzw wird mitunter auch geschuetzt). Das ist ein
> globales Problem was man mit lokalen Masznahmen allein nicht in den
> Griff bekommt. Da muessten schon wirklich alle an einem Strang ziehen.

Nehmen wir mal an, es geht um das Abraeumen von Onlinekonten. Was
schlaegst Du vor?

H.
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Re: VDS: Datamining und der "Datenraum"         


Author: Heiko Recktenwald
Date: Aug 29, 2008 09:11

Dominic Valerie Casare wrote:
> Je mehr Daten von dir in diesen Datenraum-Zeit-Gefuege vorhanden sind,
> umso durchsichtiger wirst du als Persoenlichkeit fuer Leute, die sich
> darauf speziealisiert haben, solche Daten aufzuspueren und miteinander
> zu verknuepfen.
>
>> Und warum das Panoptikum ausgedient haben soll erst recht.
>
> Es ist ein anderes Modell. Das Panoptikum ist eine unmittelbare
> Ueberwachungssituation, die permanent gegenwaertig ist und sich auch nur
> auf das bezieht, was gerade (im Augenblick) passiert.

Wird aber doch heute nicht mehr nur fuer die urspruengliche Form,
Gefangniswaerter beobachtet Gefangene oder nicht, benutzt. Der Witz ist
der gleiche, egal wie weit der Beobachter gucken kann. Wenn Du mit der
4. Dimension die Zeit meinst. Jede bloede Ueberwachungskamera mit
Videorekorder macht das. Der "Datenraum" heisst IMHO nur: mehr Daten.
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Re: VDS: Datamining und der "Datenraum"         


Author: Dominic Valerie Casare
Date: Aug 29, 2008 12:06

On Fri, 29 Aug 2008, Heiko Recktenwald wrote:
> Dominic Valerie Casare wrote:
>>> Und warum das Panoptikum ausgedient haben soll erst recht.
>> Es ist ein anderes Modell. Das Panoptikum ist eine unmittelbare
>> Ueberwachungssituation, die permanent gegenwaertig ist und sich auch nur
>> auf das bezieht, was gerade (im Augenblick) passiert.
> Wird aber doch heute nicht mehr nur fuer die urspruengliche Form,
> Gefangniswaerter beobachtet Gefangene oder nicht, benutzt. Der Witz ist der
> gleiche, egal wie weit der Beobachter gucken kann. Wenn Du mit der 4.
> Dimension die Zeit meinst. Jede bloede Ueberwachungskamera mit Videorekorder
> macht das. Der "Datenraum" heisst IMHO nur: mehr Daten.

Der "Datenraum" dient in erster Linie dazu, den Leuten eine Vorstellung
von /etwas/ zu vermitteln, was an ihrer Lebensrealitaet bisher im
grossen Stil vorbeigeht, sie jedoch unmittelbar betrifft. Er ist so
gesehen eine zweckdienliche, um etwas Anschaulichkeit bemuehte Metapher,
nicht mehr und nicht weniger.
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Re: VDS: Datamining und der "Datenraum"         


Author: Dominic Valerie Casare
Date: Aug 29, 2008 12:18

On Fri, 29 Aug 2008, Heiko Recktenwald wrote:
> Dominic Valerie Casare wrote:
>>>> Wenns nach unserer Regierung ginge, auch noch 'jede ueber IT begangene
>>>> Straftat' - also inklusive Urheberrechtsverletzungen, Beleidigung in
>>>> Foren usw. - aber das wird wohl nicht so einfach klappen.
>>>
>>> Ich fände es schon einen Erfolg einige Malware-Quellen stillzulegen...
>>
>> Dazu waere aber die VDS vollkommen ungeeignet. Bei der Malware existiert
>> mittlerweile eine gut organisierte Schattenwirtschaft und die weiss sich
>> auch zu schuetzen (bzw wird mitunter auch geschuetzt). Das ist ein globales
>> Problem was man mit lokalen Masznahmen allein nicht in den Griff bekommt.
>> Da muessten schon wirklich alle an einem Strang ziehen.
>
> Nehmen wir mal an, es geht um das Abraeumen von Onlinekonten...
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Re: VDS: Datamining und der "Datenraum"         


Author: Heiko Recktenwald
Date: Sep 3, 2008 13:50

Dominic Valerie Casare wrote:
>> Der "Datenraum" heisst IMHO nur: mehr Daten.
>
> Der "Datenraum" dient in erster Linie dazu, den Leuten eine Vorstellung
> von /etwas/ zu vermitteln, was an ihrer Lebensrealitaet bisher im
> grossen Stil vorbeigeht, sie jedoch unmittelbar betrifft. Er ist so
> gesehen eine zweckdienliche, um etwas Anschaulichkeit bemuehte Metapher,
> nicht mehr und nicht weniger.

Also sowas schraeges wie "Stasi 2.0" oder wie es hiess. Bin ja gegen
solche Uebertreibungen, der "Normalfall" ist schon schlimm genug.
>
>>>> Praktisch heisst Panoptikum doch: je mehr wir uns darueber aufregen,
>>>> desdo besser funktioniert es. Und das ist jetzt anders?
>>> Dieser Effekt greift auch bei der VDS. Gerade deswegen setzt sich ja
>>> das BVerfG aktuell noch damit auseinander.

Haett ja gedacht, je weniger wir uns damit beschaeftigen, desdo geringer
ist der "chilling effect".
>>
>> Wusste ich nicht, dass dieser "chilling effect" in Karlsruhe eine
>> Rolle spielt.
>
> http...
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