RIAA: Wunschliste fuer ACTA
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RIAA: Wunschliste fuer ACTA         

Group: de.org.ccc · Group Profile
Author: Dominic Valerie Casare
Date: Aug 28, 2008 04:26

source: http://www.gulli.com/news/riaa-wunschliste-f-r-2008-08-27/

RIAA Wunschliste für Antipiraterie-Abkommen

Die Recording Industry Association of America (RIAA) sieht in dem
geplanten Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) wohl ihre große
Chance, endgültig die Kontrolle über jedweden virtuellen Datenfluss zu
erhalten, um Urheberrechtsverletzungen somit zu unterbinden. Die
Wunschliste wurde bereits vor einigen Wochen veröffentlicht, jedoch
schien sie bislang nicht sonderlich interessant. Einige Details daraus
lassen jedoch aufhorchen, präsentieren sie doch so etwas wie den
digitalen Polizeistaat, welcher alles kontrolliert.

Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement, auch als ACTA[0]-Abkommen
bezeichnet, soll die zivil- sowie strafrechtliche Durchsetzung von
Rechten am geistigen Eigentum erheblich verbessern.

Dabei wird insbesondere auf die Zusammenarbeit zwischen den Ländern
gesetzt, die von einem Expertengremium[1] beraten werden. Dieses besteht
jedoch ausschließlich aus Vertretern der Rechteinhaber, was letztendlich
nicht wirklich positiv betrachtet werden kann. Details[2] zum Abkommen
sind bislang nur wenige bekannt, allesamt eher vage als wirklich final
formuliert. Die Wunschliste der RIAA zeigt jedoch sehr deutlich, in
welche Richtung sich das Abkommen bewegen könnte und voraussichtlich
auch wird. Schließlich gibt es in dem beratenden Gremium keine Vertreter
einer Bürgerbewegung.

[image: http://www.gulli.com/img/riaa_toilet.jpg]

Einige der besonders interessanten Wünsche der RIAA sollte man dennoch
hervorheben:"Internet Service Provider (ISP) oder andere TK-Anbieter
sollen den Internetzugang von Wiederholungstätern
[Urheberrechtsverletzer] beschränken oder komplett abschalten." Das
Three-Strikes-Gesetz, das nur zu oft als idiotisch und untragbar
dargestellt wurde, soll in allen Ländern angewandt werden, die den
Vertrag unterzeichnen. Ein bekannter Wunsch, den man aber ohne Probleme
übertrumpfen kann: "ISPs, die Benachrichtigungen über
Urheberrechtsverletzungen via E-Mail, oder bei Pre-Releases telefonisch
erhalten, [...] und die Verbreitung [trotzdem] nicht verhindern, sollen
dafür haftbar gemacht werden." Provider, die sich also nicht zur
Marionette der Content-Industrie wandeln lassen, sollen für die
Urheberrechtsverletzungen ihrer Kunden haften, wenn sie nicht gegen
diese vorgehen. Eine besonders interessante Passage gibt es selbstredend
noch vorzutragen: "Internet Service Provider oder andere TK-Anbieter
sollen Methoden bereitstellen, die Urheberrechtsverletzungen verhindern,
wenn legale wie illegale Nutzungen durch ihren Dienst erleichtert
wurden. Dies beinhaltet die Ausfilterung von urheberrechtsverletzendem
Material." Man schafft es äußerst diplomatisch zu umschreiben, riaa
toiletwas man zukünftig von den Providern einfordern will. Eine
Filterung des Datenverkehrs, optimalerweise mit einer Deep Packet
Inspection um Inhalte bereits während deren Verbreitung zu erkennen. Die
Kunden sollen belauscht und deren Transfers analysiert werden, um diese
mit Sanktionen überziehen zu können. Als ob dies nicht schon schlimm
genug wäre, scheint es niemanden zu geben, der eine solche Wunschliste
verhindern könnte. Die wirkliche Volksvertreter arbeiten das
ACTA-Abkommen de facto nicht aus, lediglich die Lobbyisten der
Industrie. (Firebird77)

(via torrentfreak, thx!)

Links:
[0] http://en.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement
[1] http://www.gulli.com/news/acta-geheime-2008-07-29/
[2] http://www.gulli.com/news/raubkopien-auf-der-platte-g8-2008-06-24/
[3]
http://torrentfreak.com/riaas-anti-piracy-trade-agreement-wishlist-08082/
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