Carsten Thumulla privacy.net> wrote:
> Am Thu, 14 Feb 2008 06:58:10 +0100 schrieb Volker Birk:
>> Ich möchte bestreiten, dass diese Haltung zweckmässig ist. Wenn ich
>> keine Gesetze aufzeigen kann, nehme ich solange an, dass da keine sind,
>> bis ich sie aufzeigen kann.
> Das wollte ich damit sagen. Wenn ich keinen Beweis für einen Würfler
> habe, dann ist erstmal keiner da und ich weiß nicht, woher Einflüsse
> kommen.
Was für ein Würfler? Ich vermute, Du hasst Ockhams Rasiermesser nicht
verstanden.
>> Es gibt eine Richtung, die von der momentanen Situation abhängt, und
>> sich ständig ändert. Da ist kein Ziel.
> Ich meine den konstanten Teil, den ich mehrfach anführte.
Sorry, aber Du führtest keinerlei "konstanten Teil" an.
>>> Global für das Leben könnte die Informationsaufnahme sein.
>> Durchschnittlich werden Lebewesen komplexer. Jetzt haben wir dasselbe
>> gesagt. Aber was willst Du daraus schlussfolgern?
> Nein, sie nehmen Struktur an, je nach Umweltbedingungen. Information über
> Umweltbedingungen wandert in diese Systeme.
Äh... das ist dasselbe. Zudem: durchschnittlich. Ich fang ja schon an,
Deine Aussagen wohlwollend zu interpretieren. Bitte nimm das zur
Kenntnis, und hör endlich mit Deinen Trugschlüssen auf, die insbesondere
daraus bestehen, dass Du zunächst "durchschnittlich" meinst, und danach
sofort Schlüsse ziehst, als habest Du absolute Aussagen gemacht.
Entscheide Dich bitte für eines von beiden. Am besten, formuliere genau.
>>> Lokal ist sie für dessen Entwicklung da. Daß Systeme, die sich
>>> schneller an bestimmte Bedingungen anpassen, langsameren gegenüber
>>> selektiv bevorzugt werden dürfte auch klar sein.
>> Nochmal: das ist falsch. Es gibt Situationen, da ist das so. Es gibt
>> aber auch welche, da ist es nicht so. Der Klassiker: zur Epidemie kann
>> nur die Krankheit werden, die nicht zu schnell ist, aber auch schnell
>> genug.
> Wer sagt mir, daß sich einige Bakterienstämme nicht an das Kriterium
> "schnell aber nicht zu schnell" angepaßt haben? Wer seinen Wirt umbringt
> hat schlechte Karten. Das war einfach.
Äh - hab ich das nicht gerade gesagt?
>>>> Ein Zweck ist das Ziel einer Intention. Eine solche liegt beim Leben
>>>> ohne Zweifel vor: das Fortbestehen und Weiterverbreiten in der
>>>> Anpassung.
>>> Oioioi! Jetzt ist schon eine Intention da. Ist es nicht reiner Zufall,
>>> daß einige Arten überleben und andere nicht?
>> Doch, ist es. Warum?
> Meintest Du, es ist Zufall, daß sie überleben?
Es ist Zufall, wer sich so entwickelt hat, dass er überlebt. Es liegt
ursächlich in der Struktur eines Lebewesens im Verhältnis zu seiner
Umwelt, ob es überlebt.
> Du hast eine besondere Auffassung von Zufall -- schon beim Würfler.
Was für ein Würfler? Ich sehe keinen Würfler.
>>> Der Ausleseprozeß transportiert Information in die Senke.
>> Was für eine Senke?
> Die Senke für die Information.
Bitte beschreibe, was Du überhaupt meinst.
>>> Dieser Prozeß
>>> kann selbst Ziel der stattfindenden Optimierung zu sein.
>> Es findet keine Optimierung statt. Nochmal: welche Metrik wird denn
>> optimiert, und worauf?
> Was genau willst Du unter Metrik verstanden wissen?
>>> Wenn Systeme
>>> selektiert werden, die einem Kriterium entsprechen, dann werden
>>> Systeme, die sich diesem selbst anpassen noch stärker selektiert. Diese
>>> Mitkopplung enthält eine Richtung, die Richtung beschleunigter
>>> Informationsaufnahme.
>> Das letztere ist ein Trugschluss. Wie gesagt, es ist nicht so, dass
>> derjenige, der sich schneller ändert, immer gewinnt.
> der sich schneller anpaßt
Du weichst aus.
Oder: definiere "Geschwindigkeit der Anpassung".
Ich kann's Dir auch einfach verklickern: Nicht nur Anpassung hat einen
Wert, sondern auch Konstanz. Dazwischen braucht's, denke ich, die Waage.
>> Bei einem funktionierenden System liegen Zweck und Intention im System
>> selber. Da muss "von außen" nichts sein.
> statisch nicht, evolutionär schon
Versteh ich nicht. Ich spreche hier von einem funktionierenden System,
nicht von einem statischen. Und das System muss auch nicht insofern
statisch sein, dass es immer gleich funktioniert. Es kann
selbstbezüglich in seiner Funktion sein, und sich selber ändern damit.
> Auch wenn es keinen Designer als "Person" gibt, dann stellt sich die
> Frage. Die Information muß irgendwo hergekommen sein. Ich könnte Dir zu
> dieser ominösen Informationsquelle Literatur empfehlen ...
Sag mal, was hast Du denn für ein Problem, Zufall zu akzeptieren?
> Was treibt die Gravitation?
Das würden die Physiker grade gerne verstehen, hab ich läuten gehört.
Allein, sie tun's noch nicht.
> Solange Du das nicht beantworten kannst ist die ganze Physik unbrauchbar.
Das ist falsch.
> So kann man doch nicht vorgehen!
Wie?
> Mag sein, aber eine Optimierung sucht lokale Extremstellen.
Nein, genau das sollte sie nicht tun, sonst ist es keine Optimierung.
>>> Deshalb beschreibe ich es als Optimierungsprozeß.
>> Das verstehe ich gar nicht. Was Du bisher beschreibst, ist kein
>> Optimierungsprozess.
> Die Anpassung beispielsweise einer Art an eine Nische ist ein
> Optimierungsprozeß.
Offensichtlich verstehst Du unter einem Optimierungsprozess auch was
ganz anderes als ich.
Da Du wahrscheinlich nicht darunter verstehst, dass man irgendwas misst
und diesen Wert dann ins Extreme führt durch geeignete Algorithmen,
beschreibe bitte, was Du genau damit meinst.
>> Ein Optimierungsprozess ist ein Algorithmus, der eine Metrik auf einen
>> (Extrem-)Wert annähert (Reihe), bis der Wert erreicht ist, oder bei
>> einer Grenzwertoptimierung dem Wert hinreichend nahe gekommen ist
>> (Abbruchkriterium für Grenzwertoptimierungen).
> Ja, stell Dir das mal in einem n-dmensionalen Raum vor.
Äh... wo sonst?
>> Also: was ist die Metrik, über die Du sprichst, und auf welchen Wert
>> optimierst Du?
> Es ist nicht nur ein Wert, sondern die Summe von Werten. Es ist die
> gewichtete Summe aller Werte, die auf das System Einfluß haben. Es ist
> ein extrem komplexes Kriterium.
Wie heisst es denn? Oder postulierst Du es einfach? Wie kannst Du es
dann beschreiben?
>>> keine Schwelle zwischen physischer und biologischer Welt gibt, dann
>>> müssen gleiche Erklärungen her.
> []
>> Aber der Schluss, dass "gleiche Erklärungen hermüssen" für ein Gebiet
>> der Physik wie das andere, ist in jedem Falle falsch.
> Es ist eine Natur, warum brauchst Du für die unterschiedliche
> Erklärungen?
Ähm... das klingt nach einer Bankrotterklärung in Sachen
Wissenschaftstheorie. Und das bestätigt ehrlich gesagt auch meinen
Eindruck.
Du bist intelligent, hast gute Ideen und gibst Dir richtig Mühe. Aber
Dir fehlt komplett der wissenschaftstheoretische Hintergrund, scheint's.
Darf ich Dich darauf hinweisen, dass Du das leicht ändern kannst?
Ich empfehle Dir Neopositivismus. Falls Du das nicht magst, kann ich Dir
noch den kritischen Rationalismus ans Herz legen.
Eine der beiden Philosophien solltest Du wirklich verstehen lernen,
bevor Du wissenschaftliche Arbeiten verfassen möchtest.
Viele Grüsse,
VB.
--
The file name of an indirect node file is the string "iNode" immediately
followed by the link reference converted to decimal text, with no leading
zeroes. For example, an indirect node file with link reference 123 would
have the name "iNode123". - HFS Plus Volume Format, MacOS X