Neue Zeitschrift: Data Loss Quarterly (CFP)
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Neue Zeitschrift: Data Loss Quarterly (CFP)         

Group: de.org.ccc · Group Profile
Author: Dominic Valerie Casare
Date: Jun 20, 2008 02:28

Ich leite das mal eben von:

http://netzpolitik.org/2008/neue-zeitschrift-data-loss-quarterly/

weiter, weil ich denke, dass es eine interessante Idee ist, fuer die
noch Mitarbeiter resp. Beitraege gesucht werden.

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Neue Zeitschrift: Data Loss Quarterly

Das hier spukte mir schon etwas länger im Kopf herum: Als Kategorienname
und Tag schon länger bei netzpolitik.org vorgeschlagen, könnte das "Data
Loss Quarterly, Fachmagazin für Identitätsdiebstahl und Datensicherheit"
endlich mal veröffentlicht werden. Fehlt nur noch genügend Material und
die erste Ausgabe. Wer macht mit?

Aus dem (möglichen) Editorial:

Ob Online oder Offline: die Schlampigkeit von Behörden in
Großbritannien, Banken in den USA und deutschen Ministerien,
Schlagzeilen über "verlorene" Daten erreichen uns in kurzen Abständen.
Data Loss Quarterly, das Fachmagazin für Identitätsdiebstahl und
Datensicherheit, will in vier Ausgaben pro Jahr PR-Blasenfrei über
Trends, Datenkatastrophen und Rechtslagen berichten.

Datenschutz, behördlich oder in der Privatwirtschaft, muss ernster
genommen werden. Das Thema verdient eine breite Öffentlichkeit, denn
auch meine und deine Daten sind potentiell betroffen. Beim Erscheinen
des Heftes stand der globale Zähler der Datensätze außer Kontrolle bei
$foobar. Dass eine Dunkelziffer existiert ist dabei ebenso klar wie die
faktische Wirkungslosigkeit von Entschuldigungen.

Es steht zu befürchten, dass die betroffenen Unternehmen und die
Partnerfirmen, solche Vorfälle als "Unfall" oder "Einzelfall"
deklarieren und allein über Krisenmanagement zu lösen versuchen - und
die öffentliche Kommunikation im Vordergrund steht, also die Wirkung für
die (impliziert: nicht betroffene) Öffentlichkeit. Schadensbegrenzung,
die sich in Presseveröffentlichungen und geschminkten Worten äußert,
halten wir für akademisch interessant - die Verantwortung verbleibt aber
unverändert bei den Datenhaltern. Wir beobachten die Einhaltung der
gesetzlichen Bestimmungen und der abgegebenen Versprechen.

Technische und menschliche Hintergründe sollten aber gegenüber all
dem nicht zurückstehen. Welche Möglichkeiten (automatisiertes)
Data-Mining bietet, was übliche Verfahren des online- und offline
Datentransfers sind und wie Zugriffsberechtigungen in Software
abgebildet werden können, das wird Teil des Experimentier-Teils.
Womöglich brauchen wir drastische Darstellungen möglichen Mißbrauchs am
Beispiel, um Scoring, Kundenprofilbildung und "Found Data" nachhaltig zu
illustrieren. Es soll niemand sagen, er oder sie habe nicht gewußt, was
man mit den Daten anstellen kann.

Whistleblowing verdient eine eigene Abteilung, ist aber naturgemäß
schwierig zu institutionalisieren.

Aus dem (denkbaren) Inhaltsverzeichnis der nullten Ausgabe:

* Datenverlust aktuell
* Britische Rekrutendaten
* US-amerikanische Kundendatensätze
* Deutsche Regierungslaptops
* Internationale Datenkulturen
* Die italienischen Einkommenssteuerdaten von 2006
* Schweden: Offenheit als Prinzip
* Datenschutz in Deutschland: Datenschutzbehörden wachen über
Behörden, aber das BMI über die Unternehmen
* Globale Zähler
* Gesamtzahl der Datensätze außer Kontrolle $foobar
* PR-Reviews
* "Bedauerlicher Einzelfall"
* "Das war nicht abgesprochen". Der italienische
Datenschutzbeauftragte im Interview.
* Ratgeber & Praxis
* Psychologie: "Plötzlich hatte ich 500 Pfund gespendet." Jeremy
Clarkson weiß jetzt, dass seine Kontodaten mißbraucht werden
können.
* Recht: Welche Daten sind urheberrechtlich geschützt?
* Tipps und Tricks zu Datensparsamkeit
* Tipps und Tricks: Tools für Data-Mining
* Tipps und Tricks: Disparate Datenquellen konvertieren und
verbinden

Das alles sind nur Formulierungsvorschläge, und genausowenig stehen die
tatsächlichen Themen fest. Das Projekt braucht noch ein Cover, das gerne
nach biederer Fachzeitschrift aussehen kann, wir brauchen Ideen (Layout,
genaue Zielgruppe, etc.), wir brauchen eine sachliche
Nachrichtenberichterstattung und -beobachtung. Es gibt weder Geld für
eine echte Institutionalisierung, noch gibt es Anzeigenkunden (die
wollen wir vielleicht auch nicht).

Es gibt nur die Hoffnung auf ein wenig mehr Aufklärung und
Bewusstseinsbildung. Mir ist immer noch nicht klar, ob es eine Satire
oder eine bittere Realnummer werden soll. Aber wenn wir tatsächlich eine
Ausgabe schaffen gebe vielleicht ich koffeinhalte Getränke aus.

Mangels Zeit kann ich das nicht allein durchziehen, und wäre auch gar
nicht der richtige. Aber eine publizistisch übliche "Nullnummer" könnte
das durchaus werden, wenn Ihr mitmacht. Stoff gibt es ja genug. Und
diese Ausgabe, die im Probelauf erstellt wird, kann als bleibendes
Anschauungsmaterial dienen. An vielen Stellen gelten ja
offline-Magazine, die als PDF veröffentlicht werden, als Autorität. Das
kann uns nutzen.

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http://netzpolitik.org/2008/neue-zeitschrift-data-loss-quarterly/
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