FID-Warnzeichen: FoeBuD schreibt Warn-Logo-Wettbewerb für RFID-Chips aus
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FID-Warnzeichen: FoeBuD schreibt Warn-Logo-Wettbewerb für RFID-Chips aus         

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Author: Sammy Sonnenschein
Date: Aug 23, 2008 18:57

Der FoeBuD e.V. schreibt einen bundesweiten Designwettbewerb aus.
Hintergrund ist, dass die EU-Kommission erwägt, ein offizielles
Warnzeichen für RFID-Anwendungen europaweit verbindlich zu machen.
Aus den eingereichten Vorschlägen für ein RFID-Warn-Logo wählt
der FoeBuD eines aus und reicht es bei der EU-Kommission als Vorschlag
ein.

Während sich die Industrie-Lobby ein verharmlosendes "nettes" Logo
für RFID wünscht, will der FoeBuD ein deutliches Warn-Logo, das
auf die Gefahren der Schnüffelchips aufmerksam macht. Die Gefahren
resultieren aus dem unmerkbaren Auslesen per Funk, dem Datensammeln
in ganz neuer Dimension und den Möglichkeiten, Bewegungs- und
Kontaktprofile zu erstellen.

Wettbewerbsbeiträge können bis zum 13. September 2008 dem
FoeBuD e.V. per Mail oder Post zugesandt werden.
Die Ausschreibungsunterlagen finden sich unter
http://www.foebud.org/rfid/warnlogo-wettbewerb .

Hintergrund:
Die RFID-Technologie - Risiko für Sicherheit und Privatsphäre

RFID steht für "Radio Frequency Identification", auf deutsch:
Identifizierung per Funk. Diese Technologie ermöglicht es, Daten
mittels Funkwellen berührungslos und ohne Sichtkontakt zu übertragen.
Mit RFID versehene Dinge können so auch ohne Kenntnis ihres
Eigentümers heimlich ausgelesen und identifiziert werden. RFID-Chips
werden deshalb auch "Schnüffelchips" genannt.

o Mit RFID erhält jedes einzelne Exemplar einer Ware eine weltweit
eindeutige Seriennummer. Der bisher gebräuchliche Strichcode
bezeichnet nur die Warenart.

o RFID-Chips können berührungslos aus der Entfernung gelesen werden -
auch ohne Sichtkontakt.

o Die Seriennummer und die Information auf dem RFID-Chip sind nur
vordergründig allein produktbezogen. Tatsächlich können die
Seriennummern der Chips, sobald sie einmal mit den persönlichen
Daten der Besitzer/innen verknüpft werden, zur Identifizierung
von Menschen per Funk eingesetzt werden. Diese Verknüpfung kann
auch im Nachhinein erfolgen und damit die bis dahin unspezifisch
gesammelten Daten auf einen Schlag personalisieren (personenbeziehbar).

o RFID-Chips und RFID-Scanner können versteckt angebracht sein.

o Bürgerinnen und Bürger können ohne ihr Wissen danach gescannt
werden, ob und welche RFID-Chips sie mit sich führen.

o Die Leseentfernung lässt sich vergrößern, u.a. durch Erhöhen der
Sendeleistung der RFID-Scanner und durch das Abschalten von
Sicherheitsmerkmalen.

o Das heißt: Menschen können anhand der RFID-Chips, die sie bei
sich tragen, identifiziert und "getrackt" werden.

o RFID ermöglichen nicht nur Konsumprofile (wie Kundenkarten schon
jetzt), sondern zusätzlich detaillierte Bewegungs-, Interessen-
und Kontaktprofile.

o Neue Datenbanken mit den RFID-Chip-Seriennummern und verknüpften
Informationen bieten schnellen Zugang zu großen Mengen an
personenbeziehbaren Daten.

Welche Folgen hat das?

o RFID bietet völlig neue Möglichkeiten zur Überwachung.

o Das "Tracking" von Menschen wird möglich durch RFID-gechipte
Produkte, die sie bei sich tragen, insbesondere RFID in
Kleidung, Schuhen, Ausweispapieren, Bargeld etc.

o Die Bevormundung durch technische Systeme wird möglich, die
anhand von RFID-Chips entscheiden, was für die Nutzer gut
ist und was nicht.("Technikpaternalismus")

o Gezielte Manipulation wird möglich, z.B. indem Informationen
aus den mit RFID gewonnenen Bewegungs- und Interessenprofilen
ausgenutzt werden.

o Gezielte Diskriminierung wird möglich, z.B. Preisdiskriminierung.
Das heißt: für dieselbe Ware im selben Supermarkt würde es
unterschiedliche Preise für verschiedene Menschen geben. Attraktive
Sonderangebote gäbe es gerade nicht für Menschen mit wenig Geld,
sondern nur für wohlhabende Kunden, die der Handel damit in
Kauflaune und zu zusätzlichem Konsum bringen will. Diese
Segmentierung verstärkte die soziale Kluft.

Weitere Informationen zur RFID-Technologie sind auf den
Webseiten des FoeBuD e.V. unter http://www.foebud.org/rfid
zu finden.

Hintergrund: FoeBuD e.V.

Der FoeBuD arbeitet seit 1987 zu den Themen Technik und
Gesellschaft, Datenschutz und Bürgerrechte. Seit 2000 organisiert
der FoeBuD den jährlichen Datenschutz-Negativpreis BigBrotherAwards
https://www.bigbrotherawards.de/), der Datenschutzsünder ins
Licht der Öffentlichkeit stellt.

2004 deckte der FoeBuD auf, dass nicht nur die Waren, sondern
auch die Rabattkarte eines großen Handelskonzerns einen
"Schnüffelchip" enthielten - ohne Wissen der Kunden. So kam die
RFID-Funktechnik in die Negativ-Schlagzeilen, der Konzern musste
die verwanzte Kundenkarte zurückziehen. Der FoeBuD hat bewirkt,
dass diese Technologie wegen ihres Überwachungspotenzials inzwischen
allgemein kritisch beurteilt wird.

Im vergangenen Jahr hat der FoeBuD sich insbesondere gegen die
Vorratsdatenspeicherung engagiert. Mitglieder des FoeBuD werden
von Verbänden, Bundestagsfraktionen, Ministerien und der
EU-Kommission als Expert/innen eingeladen. Der FoeBuD hat seinen
Sitz in Bielefeld, ist aber deutschlandweit tätig und kooperiert mit
anderen Bürgerrechtsorganisationen auf europäischer Ebene und
international.
Im April 2008 erhielt der FoeBuD für sein außerordentliches Engagement
für Bürgerrechte die Theodor-Heuss-Medaille.

Der FoeBuD ist gemeinnützig und lebt durch die Arbeit von vielen
Freiwilligen. Er erhält zurzeit eine Basisförderung der "Stiftung
bridge" und finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge und private
Spenden. Sie können Ihre Spende(n) bei der Steuer absetzen.

Konto des FoeBuD e.V.
Kontonummer: 2129799 Sparkasse Bielefeld BLZ 48050161
IBAN: DE66480501610002129799 BIC: SPBIDE3BXXX
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