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Author: David HallerDavid Haller Date: Sep 21, 2006 20:23
Mark Neis wrote:
> Ulrich Schwarz schrieb:
>
>>Geht das eigentlich nur mir so, daà einem der Deutschunterricht die
>>Literatur nur verleidet? Homo Faber wird mir ewig mit den blauen und
>>roten Buntstiftmarkierungen in Erinnerung bleiben.
>
> Homo Faber habe ich in guter Erinnerung. Aber mit Thomas Mann und
> Alfred Andersch erging es mir so. Und mit Macbeth.
Letzteres in welcher Sprache?
Ich habe an einige Schullektüre recht gute Erinnerungen, z.B. an
Hamlet, Macbeth, Huckleberry Finn[1] (alle auf Englisch), Faust, Homo
Faber, Fahrenheit 451 (auf Deutsch, letzteres kannte ich IIRC aber
schon auf Englisch); an andere Lektüre aber grausige, z.B. diverses
von Fontane (*schnarch*), Gottfried Benn, Paul Celan...
Ich habe generell versucht, mir die Lektüre nicht vermiesen zu lassen.
-dnh, Leseratte
[1] den hatte ich im Englisch-Unterricht in .ca :)
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Author: Mark NeisMark Neis Date: Sep 22, 2006 01:00
David Haller schrieb:
>Mark Neis wrote:
>> Homo Faber habe ich in guter Erinnerung. Aber mit Thomas Mann und
>> Alfred Andersch erging es mir so. Und mit Macbeth.
>
>Letzteres in welcher Sprache?
In dem Fall auf deutsch. Unsere englische Lektüre war eigentlich OK
(Animal Farm, irgendein Stück von Beckett, )
>Ich habe an einige Schullektüre recht gute Erinnerungen
[...]
> an andere Lektüre aber grausige
Geht mir ähnlich. Faust z. B. fand ich gut. Kleist und Schiller waren
super. Über Kaschnitz habe ich mein Deutsch-Abi geschrieben, heute
noch eines meiner Lieblingsgedichte. Auch lateinische Sachen wie die
Metamorphosen oder Das Gastmahl des Trimalchio sind mir in sehr guter
Erinnerung geblieben. Aber ein paar Autoren/Stücke haben mich halt
doch nachhaltig negativ beeindruckt, und wie ich mich erinnere, z. T.
auch meine Klassenkameraden.
>von Fontane (*schnarch*), Gottfried Benn, Paul Celan...
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Author: Roger SchwentkerRoger Schwentker Date: Sep 24, 2006 00:32
Sebastian Fischer wrote:
> Gute Gedichte sind von Ringelnatz oder Morgenstern, ansonsten kann man die
> Gattung eigentlich vergessen.
Du hast Heinz Erhardt vergessen.
Gruß
Roger Schwentker
rschwentker@ regioconnect.net
--
Zappt man sich jedoch heute durch die Kanäle, kommt es einem häufig so vor,
als erlebe man eine Live-Übertragung von der Auslagetheke im Bahnhofskiosk:
Spiegel TV, Stern TV, Max TV, Amica TV, Bravo TV, Brigitte TV, Ikea Katalog TV
[Oliver Kalkofe]
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Author: Ulrich SchwarzUlrich Schwarz Date: Sep 24, 2006 01:01
Sebastian Fischer writes:
[...]
> Ich lese leidenschaftlich gerne, aber wirklich 90%% dessen was wir im
> Deutschunterricht gelesen habe war Mist. Goethe mal ausgenommen
> (Faust 2 ist allerdings kompletter Schrott). Wenn einige sich danach
> dem TV zugewandt haben sollten kann ich es ihnen nicht verübeln.
Och, F2 geht wahrscheinlich, wenn man eine richtig stabile
Allgemeinbildung über Mythologie hat und vorher selbstgesammelte
Pilzpfanne gegessen hat. (So ist's, scheint mir, auch geschrieben
worden.)
Ulrich
bis gestern doch noch mal Homo Faber gelesen,
hoffentlich kommt "Die hartnäckige Schnecke" bald.
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Author: Mark NeisMark Neis Date: Sep 25, 2006 03:31
Sebastian Fischer schrieb:
>Gute Gedichte sind von Ringelnatz oder Morgenstern, ansonsten kann man die
>Gattung eigentlich vergessen.
Ah, ein Kenner!
Horizont: Untertasse?
>Mark Neis wrote:
>> Auch lateinische Sachen wie die
>> Metamorphosen oder Das Gastmahl des Trimalchio sind mir in sehr guter
>> Erinnerung geblieben.
>
>Ihr habt in Latein Bücher "gelesen"? Wir haben die Satzweise übersetzt. Ein
>zusammenhängender Text ist mir da nicht erinnerlich.
Tscha. Flhscaes Bundesland? Fahclse Schule? Scheißlehrer? Latein erst
ab Klasse $n (mit n > 6)?
>Benn, Celan und ein gewisser Herr Trakl sind mir in bleibender Erinnerung
>geblieben (schauder).
Deine Schwierigkeiten, dich auf gewisse Literatur einzustellen,
spricht nicht unbedingt gegen die Literatur.
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Author: Sebastian FischerSebastian Fischer Date: Sep 26, 2006 11:12
Mark Neis wrote:
> Sebastian Fischer schrieb:
>
>>Gute Gedichte sind von Ringelnatz oder Morgenstern, ansonsten kann man die
>>Gattung eigentlich vergessen.
>
> Ah, ein Kenner!
> Horizont: Untertasse?
Ja bzw. Nein, nur anderen Geschmack.
>>Mark Neis wrote:
>>> Auch lateinische Sachen wie die
>>> Metamorphosen oder Das Gastmahl des Trimalchio sind mir in sehr guter
>>> Erinnerung geblieben.
>>
>>Ihr habt in Latein Bücher "gelesen"? Wir haben die Satzweise übersetzt. Ein
>>zusammenhängender Text ist mir da nicht erinnerlich.
>
> Tscha. Flhscaes Bundesland? Fahclse Schule? Scheißlehrer? Latein erst
> ab Klasse $n (mit n > 6)?
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Author: Henry LeyhHenry Leyh Date: Sep 27, 2006 07:29
Thus spake Mark Neis on 09/27/2006 10:48 AM:
> Latein ist imho immer noch die beste Grundlage zum Erlernen von
> Fremdsprachen. Du kriegst da quasi nebenbei ein Vokabular zur
> Beschreibung von Grammatik.
Allerdings sind die Begriffe der lateinischen Grammatik auf das
Lateinische zugeschnitten. Spätestens beim Erlernen von Sprachen, die
nicht praktisch isomorph dazu sind, kann einem das eher den Blick
verbauen als helfen. Da kommen dann so Formulierungen wie "das
Japanische kennt kein Futur bei Verben", was natürlich Unsinn ist, da
Japaner ganz offensichtlich problemlos über zukünftige Dinge reden können.
Gruß,
Henry
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Author: Florian LawsFlorian Laws Date: Sep 27, 2006 07:30
On 2006-09-27, Henry Leyh wrote:
> Thus spake Mark Neis on 09/27/2006 10:48 AM:
>> Latein ist imho immer noch die beste Grundlage zum Erlernen von
>> Fremdsprachen. Du kriegst da quasi nebenbei ein Vokabular zur
>> Beschreibung von Grammatik.
>
> Allerdings sind die Begriffe der lateinischen Grammatik auf das
> Lateinische zugeschnitten. Spätestens beim Erlernen von Sprachen, die
> nicht praktisch isomorph dazu sind, kann einem das eher den Blick
> verbauen als helfen. Da kommen dann so Formulierungen wie "das
> Japanische kennt kein Futur bei Verben", was natürlich Unsinn ist, da
> Japaner ganz offensichtlich problemlos über zukünftige Dinge reden können.
Was die Formulierung aber nicht falsch macht.
Grüße,
Florian
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Author: Mark NeisMark Neis Date: Sep 27, 2006 07:43
Henry Leyh schrieb:
>Thus spake Mark Neis on 09/27/2006 10:48 AM:
>> Latein ist imho immer noch die beste Grundlage zum Erlernen von
>> Fremdsprachen. Du kriegst da quasi nebenbei ein Vokabular zur
>> Beschreibung von Grammatik.
>
>Allerdings sind die Begriffe der lateinischen Grammatik auf das
>Lateinische zugeschnitten. Spätestens beim Erlernen von Sprachen, die
>nicht praktisch isomorph dazu sind, kann einem das eher den Blick
>verbauen als helfen. Da kommen dann so Formulierungen wie "das
>Japanische kennt kein Futur bei Verben", was natürlich Unsinn ist, da
>Japaner ganz offensichtlich problemlos über zukünftige Dinge reden können.
Ich kenne die japanische Grammatik nicht, daher kann ich diese Aussage
nicht beurteilen. Aber: Tschechische Verben kennen ebenfalls kein
Futur. Natürlich kann ein Tscheche trozudem über die Zukunft reden,
das stellt sich nur grammatisch anders dar.
Du magst aber recht haben, dass Latein als Grundlage nicht mehr ganz
so nützlich ist, wenn du die indoeuropäische Sprachfamilie verlässt.
Mark
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