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Author: Christian BaerChristian Baer Date: Jun 14, 2008 08:55
Guten Tag, liebe Leute!
Diese Frage ist wohl eher vollkommen OT hier. Ich stelle sie mal in der
Gruppe, weil mit Sicherheit ein paar Mitglieder der Gemeinde bei
Behörden arbeiten werden und bestimmt auch ein paar Leidensgenossen so
hier rumschwirren werden.
Wann genau in der Laufbahn eines Beamten verlernt dieser eigentlich zu
kommunizieren? Woher kommt sowas? Ist es ansteckend?
Anlaß dieses Beitrags ist ein Bekannter von mir, der nach der Schule
Beamter wurde. Wenn ich heute etwas lese, was er geschrieben hat,
bekomme ich immer eine kleine Krise. Die beste Stilblüte der letzten
Zeit war:
Unbeachtlich ist für uns das schreiben vom...
Gemeint war ein Schreiben, das für den Sachverhalt vollkommen nutzlos
war, weil es nichts zur Sache enthielt. Eine andere schöne Sache:
Nach Prüfung der baulichen Eignung...
Das scheint eigentlich ganz normal zu sein, wenn man denkt, daß die
Eignung eines Gebäudes für einen bestimmten Zweck geprüft werden sollte.
Es ging aber darum, ob auf einem bestimmten Bauplatz ein angedachtes
Bauvorhaben genehmigt werden könnte.
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Author: Roger SchwentkerRoger Schwentker Date: Jun 14, 2008 10:05
Hallöchen!
Einige Kunden von uns sind Behörden, also kann ich etwas beitragen.
Christian Baer wrote:
> Wann genau in der Laufbahn eines Beamten verlernt dieser eigentlich zu
> kommunizieren? Woher kommt sowas? Ist es ansteckend?
Es ist Angst. Schiß. Schlechte Erfahrung.
Diese Wörterverdreherei kommt nur daher, daß die Staatsdiener (mehr als
die Hälfte sind Angestellten, keine Beamten) damit rechnen, daß nicht
der Sinn ihres Schreibens, sondern jedes einzelne Wort auf eine Goldwaage
gelegt werden. Vor Gericht ist das normal und jahrelange Gewohnheit,
aber von Zeitungen und Fernsehsendern, das ist leidlich neu.
Sendungen gerade in privaten Sendern, die Behördenpannen auf die Schippe
nehmen oder genommen haben, trugen eine Menge dazu bei, daß größere, mit
viel Entusiasmus begonnene Projekte starben, die Schreiben zu entwümpeln.
> Kann man Beamtendeutsch (und die damit verbundene Unfähigkeit zu
> kommunizieren) als eine Berufskrankheit bezeichnen?
Ist Arbeitszeugnis-Deutsch (als Geheimcode) als eine Berufskrankheit
bezeichnen?
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Date: Jun 14, 2008 12:18
Roger Schwentker regioconnect.net> wrote:
>> Wann genau in der Laufbahn eines Beamten verlernt dieser
>> eigentlich zu kommunizieren? Woher kommt sowas? Ist es
>> ansteckend?
>
> Es ist Angst. Schiß. Schlechte Erfahrung.
Das erklaert, zu einem Teil, warum es noch immer da ist. Es
erklaert nicht, woher es kommt.
> Diese Wörterverdreherei kommt nur daher, daß die Staatsdiener
> (mehr als die Hälfte sind Angestellten, keine Beamten) damit
> rechnen, daß nicht der Sinn ihres Schreibens, sondern jedes
> einzelne Wort auf eine Goldwaage gelegt werden. Vor Gericht ist
> das normal und jahrelange Gewohnheit, aber von Zeitungen und
> Fernsehsendern, das ist leidlich neu.
s/nur/auch/
Es steckt auch jede Menge Herrschaftswissen dahinter, wie es bei
jeder derzrtigen Gruppe gebildet wird.
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Author: Birgit NietschBirgit Nietsch Date: Jun 14, 2008 12:41
Christian Baer schrieb:
> Guten Tag, liebe Leute!
>
> Diese Frage ist wohl eher vollkommen OT hier. Ich stelle sie mal in der
Etwas besser aufgehoben wärst du damit vermutlich in desd.
Ich leite mal um. Fullquote deswegen.
> Gruppe, weil mit Sicherheit ein paar Mitglieder der Gemeinde bei
> Behörden arbeiten werden und bestimmt auch ein paar Leidensgenossen so
> hier rumschwirren werden.
>
> Wann genau in der Laufbahn eines...
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Author: Roger SchwentkerRoger Schwentker Date: Jun 14, 2008 12:33
Helmut Springer lug-s.org> wrote:
> Es steckt auch jede Menge Herrschaftswissen dahinter, wie es bei
> jeder derzrtigen Gruppe gebildet wird.
s,Herrschaftswissen,Traditionen,
Staatsdiener werden von Staatsdienern ausgebildet. Nur liegt
derzeitig die absolute Macht nicht mehr in den ausführenden
Organen wie noch vor 40 Jahren, sondern die liegt in den
Parteizentralen, die ihrerseits den Behörden Druck machen.
Was helfen würde, wäre eine Fluktuation aus dem öffentlichen
Dienst heraus und herein. Das ist aber bei der Gehaltsstuktur
nicht zu erwarten.
Gruß
Roger Schwentker
r.schwentker@ regioconnect.net
--
Natürlich ist Dr. Alban ein Zahnarzt, deshalb hört sich jedes seiner
Lieder an wie eine Wuzelbehandlung. [Ingolf Lück]
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Date: Jun 14, 2008 13:19
Roger Schwentker regioconnect.net> wrote:
>> Es steckt auch jede Menge Herrschaftswissen dahinter, wie es bei
>> jeder derzrtigen Gruppe gebildet wird.
>
> s,Herrschaftswissen,Traditionen,
Nicht nur. Dasselbe gilt fuer diverse Zuenfte oder andere
Berufsgruppen, Religionen, etc.
--
MfG/Best regards
helmut springer panta rhei
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Author: Falk WillbergFalk Willberg Date: Jun 14, 2008 13:23
Helmut Springer schrieb:
> Roger Schwentker regioconnect.net> wrote:
>>> Es steckt auch jede Menge Herrschaftswissen dahinter, wie es bei
>>> jeder derzrtigen Gruppe gebildet wird.
>> s,Herrschaftswissen,Traditionen,
>
> Nicht nur. Dasselbe gilt fuer diverse Zuenfte oder andere
> Berufsgruppen, Religionen, etc.
Dumme Sysadmins....
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Date: Jun 14, 2008 13:29
Falk Willberg wrote:
> Dumme Sysadmins....
Interessiert halt wenige, was diese Herrschaften wissen.
--
MfG/Best regards
helmut springer panta rhei
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Author: Bernd PetrovitschBernd Petrovitsch Date: Jun 15, 2008 03:55
Helmut Springer wrote:
> Roger Schwentker regioconnect.net> wrote:
>>> Es steckt auch jede Menge Herrschaftswissen dahinter, wie es bei
>>> jeder derzrtigen Gruppe gebildet wird.
>>
>> s,Herrschaftswissen,Traditionen,
>
> Nicht nur. Dasselbe gilt fuer diverse Zuenfte oder andere
> Berufsgruppen, Religionen, etc.
Geheimsprachen sind nunmal ein Mittel zum Zweck der Machtausübung
über "Unwissende".
Und selbst die katholische Kirche predigt nicht mehr in Latein.
Bernd
--
Bernd Petrovitsch Email : bernd@bofh.at
"For I was talking aloud to myself. A habit of the old: they choose
the wisest person present to speak to; the long explanations needed
by the young are wearying." --- Gandalf, the White
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Author: Volker BirkVolker Birk Date: Jun 15, 2008 04:22
Bernd Petrovitsch wrote:
> Geheimsprachen sind nunmal ein Mittel zum Zweck der Machtausübung
> über "Unwissende".
> Und selbst die katholische Kirche predigt nicht mehr in Latein.
Die wollen das übrigens grad wieder einführen.
Viele Grüsse,
VB.
--
"Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic."
Clarke's 3rd law.
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