Re: AU WEIA: "?berleben als Techie"
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Re: AU WEIA: "?berleben als Techie"         

Group: de.alt.sysadmin.recovery · Group Profile
Author: Erhard Schwenk
Date: Sep 20, 2008 02:05

Martina Diel wrote:
> * Mirko Liss :
>> Ich gehe dabei davon aus, dass diese anderen Leute eigene Leute sind,
>> die ebenso verlaesslich greifbar sind wie die urspruenglich gefragten
>> Mitarbeiter.
> Und wenn sie dsa nicht sind?

Consultants fallen da schonmal raus. Schon weil jeder Consultant in
erster Linie wirtschaftliche Eigeninteressen verfolgt. Vor allen
Kundenbelangen. Natürlich behaupten die alle das Gegenteil, in dem Punkt
lügen sie schlicht. Zudem sind Consultants so gut wie nie für den Unsinn
den sie verbrechen irgendwie haftbar zu machen, und das wissen die sehr
genau.

Nein, irgendwelche Verträge helfen dagegen exakt gar nicht, selbst wenn
da Haftungsklauseln drinstehen, sind die im Ernstfall schlicht wertlos
oder undurchsetzbar, und sei es weil es den den Vertragspartner mimenden
Subunternehmer schon gar nicht mehr gibt. Wer nicht durch das Tragen
eines Schlipses die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn reduziert und ein
bißchen Erfahrung in der Branche hat, weiß das auch.

Der einzige, der vertrauenswürdig und kompetent in der Lage sein kann,
in einer Firma technische Entscheidungen so zu treffen, daß die Firma
was davon hat, ist Prinzipbedingt ein dort angestellter Techniker oder
ein Firmeninhaber mit technisch fundiertem Know-How (ja, sowas gibts
auch). Einfach, weil sein pures Eigeninteresse sich viel weiter mit dem
der Firma deckt als das jedes beliebigen Consultants.

Lösungen von Consultants zielen praktisch immer darauf ab, Folgeumsätze
zu generieren und Abhängigkeiten zu produzieren. Eine einfache, billige
und unspektakulär funktionierende Lösung ist das letzte, was Consultants
verkaufen wollen, denn daran ist nichts zu verdienen.

Bleiben andere Mitarbeiter. Die haben normalerweise andere Fachgebiete
oder sind zumindest nicht so tief mit der Materie vertraut. Warum
sollten ausgerechnet die mehr Ahnung haben als der Techie, der den Job
machen muß? Wie könnten die das überhaupt haben?

Das einzige was solche Leute Prinzipbedingt überhaupt liefern könnten
ist, dem Schlipsträger zu erzählen, was der gerne hören will. Mit dem
Ergebnis, daß sie befördert werden und das Projekt entweder dreimal so
teuer wie nötig oder an die Wand gefahren wird. Und der Techie wird von
den Helden dann als "technnobabbler" hingestellt, nur weil er die
Wahrheit gesagt hat.

Was die Schlipsträger wirklich können, sieht man ja gerade an der Börse,
ne? Der eine verzockt 600 Mrd $, der andere überweist "versehentlich"
350 Mio an einen Pleitier. Solche "Leistungen" hätten die Jungs von mir
locker für die Hälfte der gezahlten Gagen haben können.
>> Haeufig wirst Du bei der Suche nach einem eloquenten, didaktisch
>> versierten Techniker im eigenen Hause mit der Antwort beschieden:
>> "So einen hatten wir mal, doch der arbeitet nun in gehobener Position
>> bei der Konkurrenz."
> Nach der hier herrschenden Logik hätte er sich doch vor lauter
> Selbstverachtung längst vor nen Zug schmeißen müssen... Eloquent? Um
> Gottes willen, da fühlt man sich doch schmutzig.

In der Tat, das Lügen und Verdrehen von Tatsachen überlassen Techniker
besser anderen.
>> Und das bringt uns der Antwort zu einer Frage naeher, die bislang
>> vermutlich noch nicht gestellt wurde, weil diese Antwort allen Seiten
>> Schmerzen bereitet: "Weshalb wurde dieser Kaufmann ohne ausreichende
>> technische Kompetenz zum Leiter einer technischen Abteilung gemacht?"
> Weil die Techies alle weder führen, noch managen, noch auch nur
> kommunizieren können und auch nicht bereit sind, es zu lernen? Und da es
> ja schliesslich jemand machen muss....

Nimmt man den nächstbesten Idioten. Offensichtlich. Der weitaus
überwiegende Teil dieser Herrschaften versagt allerdings auch in den
genannten Disziplinen hoffnungslos. Unter anderem dadurch, daß er
kompetente Techniker nicht von hirnlosen Schwätzern unterscheiden kann
und die unfähigen Leute mit Entscheidungen betraut. Das zieht sich durch
unsere komplette Wirtschaft, in praktisch allen Großunternehmen könnte
man locker die Hälfte der schlipstragenden Schwätzer ersatzlos feuern,
ohne auch nur im Mindesten an Produktivität, Innovationskraft oder
Marktvolumen einzubüßen.

--
Erhard Schwenk

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