* Irmgard Schwenteck :
> Martina Diel schrieb:
>>>> Davon abgesehen: technische Lösungen haben idR wirtschaftliche
>>>> Randbedingungen und Auswirkungen. Wer beurteilt die, wenn nur Techies
>>>> entscheiden?
>>> Technische Lösungen, die nicht zu den Anforderungen passen, weil z.B.
>>> der Einkäufer sich was hat aufschwatzen lassen, haben auch
>>> wirtschaftliche Auswirkungen.
>>> (Und die Techniker schwitzen dann, um den Haufen Blech zum Laufen zu
>>> bringen.)
>> Ähm, ja, und? Was möchtest du mir damit sagen?
> Daß so manche Fehlentscheidung vermieden werden könnte, wenn die Leute
> zur Entscheidung beitragen, die Ahnung haben.
Genau das ist es doch, wofür ich plädiere - dass die Leute, die Ahnung
haben, zur Entscheidung beitragen, indem sie den Entscheidern
klarmachen, was an ihrem Vorschlag richtig ist.
> Und bevor es wieder in die Endlosschleife geht: Wenn der Manager nicht
> erkennen kann, ob einer Ahnung hat oder nicht, dann ist er eben ne
> Fehlbesetzung.
Um beurteilen zu können, ob einer Ahnung hat oder nicht, muss er selbst
ungefähr genauso viel Ahnung haben wie er.
Soll jetzt der Manager, der 15 Leute führt, selber nen CCNA machen, weil
der CCNA, den er eingestellt hat, nicht für nötig hält, zu
kommunizieren.
Dann macht er als nächstes mal eben 2 Jahre Praktikum als
Java-Entwickler, weil sein Mitarbeiter, der darauf spezialisiert ist,
auch keinen Bock hat, sich mal zu allgemeinverständlich auszudrücken.
Oder wie stellst du dir das vor?
> Da andererseits Grundvoraussetzung "Keine Ahnung" inzwischen immer mehr
> die Norm ist, verteidigst Du diesen Standpunkt offenbar so vehement.
Was soll dieser polemische Unfug?
> Schon mal bedacht, das viele Fehlentscheidungen - nicht nur auf die
> IT-Branche beschränkt - genau daher rühren, weil die Leute überhaupt
> keine Ahnung von dem Gebiet haben, in dem sie Entscheidungen trefen
> sollen?
Schon möglich. Was ist deine Lösung? Die Techies entscheiden lassen, die
Spezialist auf ihrem Gebiet sind, aber nicht die wirtschaftlichen un
die Auswirkungen aufs Gesamtunternehmen übersehen können?
>> Richtig. Aber hier wird ja lieber das genaue Gegenteil gegeißelt: ein
>> Manager, der sich traut, Entscheidungen zu treffen.
> Hat niemand behauptet. Aber Entscheidungen "aus dem Bauchgefühl heraus"
> bringen vielleicht allenfalls an der Börse was.
Was ist die Alternative? Technischen Sachverstand aufbauen für alle
Fachgebiete, die man verantwortet, und zwar so tiefgehenden, dass man
seine Experten fachlich beurteilen kann? Dem Techie glauben, der die
Fresse am weitesten aufreißt, das SYN/ACK-Shirt trägt und sich die Haare
nicht wäscht?
>>> Und dann gibt es eben auch die, die was von der Materie verstehen, die
>>> nicht wissen müssen, wie man z.B. eine PIX aufsetzt oder eine
>>> Domänenmigration macht, die aber Kopf und Rückgrat genug haben, das zu
>>> entscheiden und sich nicht zu blöd sind, auch mal zu fragen.
>> Genau.
> Und warum schreibst Du dann
> "Es geht nicht darum, dass Entscheidungträgern fachliches Knowhow nicht
> zuzumuten sei, sondern darum dass sie das nicht leisten können, wenn sie
> ihren Job machen wollen."
Inwiefern sollte sich das widersprechen?
Wer fragt, wird ja von den Techies hier angepöbelt, er möge die Fresse
halten und einfach blind vertrauen. Und wer nicht das tiefgehende Wissen
hat wie Techie selber, wird als blöder Schlips dumm angemacht.
>>> Ich verstehe nur auch nach 900 Postings nicht, warum nach
>>> Rechtfertigungen und Entschuldigungen für die ersten beiden Gruppen
>>> gesucht werden muß.
>> Keine Ahnung - tut das wer?
> Na Du die ganze Zeit.
> "Auch wenn er sich ein wenig auskennt, reicht das idR nicht, um den
> Schaumschläger von dem echten Auskenner zu unterscheiden. Um das zu
> erreichen wiederum müsste er sich so tief einarbeiten, dass er seinen
> eigentlichen Job nicht mehr machen kann. "
Nenn mir die Alternative.
> Der Techi muß "übersetzen" und sich präsentieren und ist Selber schuld,
> wenn er den Schlips nicht überzeugen kann, aber der Schlips braucht
> keine Ahnung zu haben, klar.
Sollen sich 15 Mitarbeiter auf eine Person einstellen, oder eine Person
auf 15 verschiedene Leute? Was ist effizienter?
> "Derjenige, der eine Ebene drunter ist oder zwei und der es inhaltlich
> noch beurteilen kann, hat aber nicht die Perspektive auf das
> Gesamtunternehmen, auf wirtschaftliche Auswirkungen etc. Deshalb können
> seine Entscheidungen aus anderen Gründen falshc ausfallen."
Hast du ein inhaltliches Argument dagegen?
> In Dresden sind grade 20 Millionen Euro an Geldern verbrannt worden,
> weil die Chefetage sich $tollesKonzept überlegt hatte.
> Von den fähigen Leuten, die die Abteilung schon seit Jahren schmeißen
> und ernsthafte Bedenken dagegen hatten, wurden erst mal ein paar
> entlassen und der Rest durfte $Idee umsetzen.
Klar, wenn er von dem bösen Schlipsen entlassen wurde, muss er fähig
gewesen sein. Und wer Fehlentscheidungen trifft, der kann nur unfähig
sein. Schon klar, warum sich $Techie fein zurückhält und sich hinter
unverständlichem Gebrabbel und viel Blech versteckt. Wenn was
schiefgelaufen ist, kann man ja auf den bösen Schlips zeigen, der nicht
auf einen gehört hat, obwohl man ihn doch mit Technobabble überschüttet
und so unfreundlich wie möglich behandelt hat.
> "Was willst du: über deine Manager jammern oder sie dir erziehen?"
> Einige haben den Bettel endgültig hingeworfen.
Und? Was meinst du, wieviele Leute es aufgegeben haben, autistischen
Geeks etwas aus der Nase zu ziehen?
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