Martina Diel schrieb:
>
>>> Davon abgesehen: technische Lösungen haben idR wirtschaftliche
>>> Randbedingungen und Auswirkungen. Wer beurteilt die, wenn nur Techies
>>> entscheiden?
>
>> Technische Lösungen, die nicht zu den Anforderungen passen, weil z.B.
>> der Einkäufer sich was hat aufschwatzen lassen, haben auch
>> wirtschaftliche Auswirkungen.
>> (Und die Techniker schwitzen dann, um den Haufen Blech zum Laufen zu
>> bringen.)
>
> Ähm, ja, und? Was möchtest du mir damit sagen?
Daß so manche Fehlentscheidung vermieden werden könnte, wenn die Leute
zur Entscheidung beitragen, die Ahnung haben.
Und bevor es wieder in die Endlosschleife geht: Wenn der Manager nicht
erkennen kann, ob einer Ahnung hat oder nicht, dann ist er eben ne
Fehlbesetzung.
Da andererseits Grundvoraussetzung "Keine Ahnung" inzwischen immer mehr
die Norm ist, verteidigst Du diesen Standpunkt offenbar so vehement.
Schon mal bedacht, das viele Fehlentscheidungen - nicht nur auf die
IT-Branche beschränkt - genau daher rühren, weil die Leute überhaupt
keine Ahnung von dem Gebiet haben, in dem sie Entscheidungen trefen sollen?
>> Dann gibt es die, die mangels Wissen sich überhaupt nicht trauen, etwas
>> zu entscheiden, nach dem Motto: wer nichts macht, macht nichts falsch,
>> und sich solange immer wieder neue Angebote einholen ("ich hab da jetzt
>> im Internet gelesen...") bis der Haufen Blech, für den sie zuständig
>> sind, endgültig zusammengebrochen ist (und der Techniker sich die Nacht
>> um die Ohren schlagen darf).
>
> Richtig. Aber hier wird ja lieber das genaue Gegenteil gegeißelt: ein
> Manager, der sich traut, Entscheidungen zu treffen.
Hat niemand behauptet. Aber Entscheidungen "aus dem Bauchgefühl heraus"
bringen vielleicht allenfalls an der Börse was.
>
>> Und dann gibt es eben auch die, die was von der Materie verstehen, die
>> nicht wissen müssen, wie man z.B. eine PIX aufsetzt oder eine
>> Domänenmigration macht, die aber Kopf und Rückgrat genug haben, das zu
>> entscheiden und sich nicht zu blöd sind, auch mal zu fragen.
>
> Genau.
Und warum schreibst Du dann
"Es geht nicht darum, dass Entscheidungträgern fachliches Knowhow nicht
zuzumuten sei, sondern darum dass sie das nicht leisten können, wenn sie
ihren Job machen wollen."
>
>> Ich verstehe nur auch nach 900 Postings nicht, warum nach
>> Rechtfertigungen und Entschuldigungen für die ersten beiden Gruppen
>> gesucht werden muß.
> Keine Ahnung - tut das wer?
Na Du die ganze Zeit.
"Auch wenn er sich ein wenig auskennt, reicht das idR nicht, um den
Schaumschläger von dem echten Auskenner zu unterscheiden. Um das zu
erreichen wiederum müsste er sich so tief einarbeiten, dass er seinen
eigentlichen Job nicht mehr machen kann. "
Der Techi muß "übersetzen" und sich präsentieren und ist Selber schuld,
wenn er den Schlips nicht überzeugen kann, aber der Schlips braucht
keine Ahnung zu haben, klar.
"Derjenige, der eine Ebene drunter ist oder zwei und der es inhaltlich
noch beurteilen kann, hat aber nicht die Perspektive auf das
Gesamtunternehmen, auf wirtschaftliche Auswirkungen etc. Deshalb können
seine Entscheidungen aus anderen Gründen falshc ausfallen."
In Dresden sind grade 20 Millionen Euro an Geldern verbrannt worden,
weil die Chefetage sich $tollesKonzept überlegt hatte.
Von den fähigen Leuten, die die Abteilung schon seit Jahren schmeißen
und ernsthafte Bedenken dagegen hatten, wurden erst mal ein paar
entlassen und der Rest durfte $Idee umsetzen.
Hat aber auch nach 3 Jahren nicht funktioniert, also Kommando zurück.
"Was willst du: über deine Manager jammern oder sie dir erziehen?"
Einige haben den Bettel endgültig hingeworfen.
Irmgard