Martina Diel wrote:
>> Martina Diel wrote:
>>
>>> Ja, natürlich muss er ihnen trauen - aber wie entscheidet er, welchem
>>> Spezialisten er traut?
>> Und woher weiss er, ob der Spezialist ihn wirklich ernst nimmt?
>
> Gar nicht, er hat nur einen Eindruck.
Eben. Und damit bekommt er halt Mitarbeiter die nur den Eindruck
erwecken als wären sie Spezialisten.
>> Genausogut kann der Schlips, wenn er keine Ahnung von der Materie hat,
>> auswürfeln, welchen Spezialisten er nimmt.
>
> Für die meisten ist das Bauchgefühl aber verlässlicher.
Furchtbar falsche Einschätzung. Bei meinem letzten Stellenwechsel (ist
schon etwas her Anno 2003, als die Dot-Com Blase geplatzt ist) habe ich
mich bei diversen Firmen beworben. Bei 90%% der Firmen bei denen ich ein
Bewerbungsgespräch hatte waren Schlipse mit "Bauchgefühl" am Werk
(Buzzword-Bingo Heft am Ende des Gespräches vollständig ausgefüllt).
Entsprechend war da schon bei der Führung durch die Abteilungen eine
merkwürdige Atmosphäre zu spüren (gehetzt rennende Leute alles in
Schlips und Anzug, kaum ein freundliches Wort auf dem Flur aber dafür
Schleimabsonderung wenn der Chef auftaucht). Bei den restlichen Firmen
war entweder der Chef vom Fach oder zumindest die Fachabteilung mit der
Auswahl betraut. Die dortige Arbeits-Atmosphäre war dort schon vom
ersten Eindruck _wesentlich_ angenehmer. Bei einer dieser Firmen arbeite
ich jetzt ;-) und durfte feststellen, das mich der erste Eindruck nicht
getrügt hatte, von einer hatte ich letztens mal eine Anfrage erhalten.
Von den 90%% Schlipsfirmen hatte, als ich irgendwann letztes Jahr mal
nachgeschaut hatte wohl kaum eine überlebt. Von den restlichen 10%% hat
fast alles Überlebt.
> Auch wenn er sich ein wenig auskennt, reicht das idR nicht, um den
> Schaumschläger von dem echten Auskenner zu unterscheiden. Um das zu
> erreichen wiederum müsste er sich so tief einarbeiten, dass er seinen
> eigentlichen Job nicht mehr machen kann.
Ein vernünftiger Manager hat sowas bei seinem Studium erledigt. Für die
IT-Branche gibt es z.B. den Studiengang Wirtschaftsinformatik. Mit den
Kenntnissen ist es durchaus möglich den Schaumschläger zu erkennen. Das
Hauptproblem ist, das der durchschnittliche Schlips heute Hosen verkauft
obwohl er nicht mal weiß was eine Nadel ist und aus den Erkenntnissen
des Hosenverkaufs schließt, er könne auch in EDV machen.
Uli
--
Ulrich Eckhardt
http://www.uli-eckhardt.de
Ein Blitzableiter auf dem Kirchturm ist das denkbar stärkste
Misstrauensvotum gegen den lieben Gott. (Karl Krauss)