Fussballkarten zu sauteuren Preisen weiterverkaufen
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Fussballkarten zu sauteuren Preisen weiterverkaufen         


Author: Rudolf Harras
Date: May 13, 2008 16:48

Frage: Wie sieht das eigentlich rechtlich aus?

Man kauft eine Fußballkarte für die Euro (Preis keine Ahnung, sagen wir
50 Euro) und verscherbelt sie dann auf Ebay für zB 500 Euro.

Ist das erlaubt? Auch wenn man sie mit 1 Euro Startangebot reinstellt?
Wenn nein, heißt das man dürfte diese Karte auch nicht verkaufen wenn
man sie aus diversen Gründen (Krankheit etc.) nicht brauchen kann?
18 Comments
Re: Fussballkarten zu sauteuren Preisen weiterverkaufen         


Author: Manfred Floh
Date: May 13, 2008 21:30

Rudolf Harras wrote:
> Frage: Wie sieht das eigentlich rechtlich aus?
>
> Man kauft eine Fußballkarte für die Euro (Preis keine Ahnung, sagen
> wir 50 Euro) und verscherbelt sie dann auf Ebay für zB 500 Euro.
>
> Ist das erlaubt? Auch wenn man sie mit 1 Euro Startangebot reinstellt?
> Wenn nein, heißt das man dürfte diese Karte auch nicht verkaufen wenn
> man sie aus diversen Gründen (Krankheit etc.) nicht brauchen kann?

Wenn Du eine schriftliche Genehmigung der UEFA hast, kannst Du sie auch
verkaufen.

*************
8 Weitergabe von EINTRITTSKARTEN

8.1 Der ANTRAGSTELLER behält eine EINTRITTSKARTE zur persönlichen Verwendung
und gibt die verbleibenden EINTRITTSKARTEN seinen GÄSTEN zu deren
persönlichen Verwendung höchstens zum Nennwert dieser EINTRITTSKARTEN...
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Re: Fussballkarten zu sauteuren Preisen weiterverkaufen         


Author: Werner Tann
Date: May 14, 2008 01:55

"Manfred Floh" schrieb:
>Weiters siehe hier: http://pages.ebay.at/em2008/

Zitat: "Zum jetzigen Zeitpunkt ist eBay kein Gerichtsverfahren zur
UEFA EURO 2008 bekannt. In Deutschland gibt es allerdings einige
widersprüchliche Gerichtsurteile zur Wirksamkeit von
Weiterveräußerungsverboten für Eintrittskarten."

Ich meine, so wünschen es sich die Kartenverkäufer in den AGB. Die
entscheidenden rechtlichen Fragen wären,

a) ob der private Käufer überhaupt an die AGB gebunden ist und falls
ja,
b) ob die AGB ihm das Weiterverkaufsrecht (inkl. "Gewinn") verbieten
können.

Schließlich darf man grundsätzlich jede erworbene Sache privat
weiterverkaufen. Daß sich Unternehmen wünschten, das wäre nicht so,
ist nachvollziehbar.

Das (gesellschaftliche) Problem sind hier nicht die widerlichen
Geschäftemacher, die so eine Karte zum Vielfachen des offiziellen
Preises verhökern, sondern die Deppen, die bereit sind, das zu
bezahlen. Und gegen deren Dummheit helfen keine Gesetze.
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Re: Fussballkarten zu sauteuren Preisen weiterverkaufen         


Author: Wolfgang Decker
Date: May 14, 2008 01:56

"Manfred Floh" schrub:
>Wenn Du eine schriftliche Genehmigung der UEFA hast, kannst Du sie auch
>verkaufen.

Ist man als Privatperson an die AGB der UEFA gebunden?
Es soll ja AGBs geben, die rechtswidrig sind.

lg
Wolfgang
--
»Du kennst mich doch, ich hab' nichts gegen Fremde.
Einige meiner besten Freunde sind Fremde.
Aber diese Fremden da sind nicht von hier!« (Methusalix)
Neu: http://www.traumrouten.com/namibia
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Re: Fussballkarten zu sauteuren Preisen weiterverkaufen         


Author: Florian Burger
Date: May 14, 2008 12:02

Werner Tann schrieb:
> Das (gesellschaftliche) Problem sind hier nicht die widerlichen
> Geschäftemacher, die so eine Karte zum Vielfachen des offiziellen
> Preises verhökern, sondern die Deppen, die bereit sind, das zu
> bezahlen. Und gegen deren Dummheit helfen keine Gesetze.

Wer will denn das beurteilen? Das ist eben der Markt. Ich bin überzeugt,
dass du auch Geld für Gegenstände/Dienstleistungen ausgibst, wo ich (und
andere) den Kopf schütteln. Na und? So wie es dein Geld ist, das du nach
deinen Kriterien allozierst, so gibt es eben andere, die einer
Eintrittskarte eine höhere Bedeutung zuweisen als du.

Florian

--
"Das österreichische Zivildienstrecht" | "Der Leistungsbegriff im UStG"
ISBN 3-8311-0562-6 | ISBN 3-7007-2235-4
http://www.zivildienstrecht.at |
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Re: Fussballkarten zu sauteuren Preisen weiterverkaufen         


Author: Werner Tann
Date: May 15, 2008 02:38

Florian Burger schrieb:
>Wer will denn das beurteilen? Das ist eben der Markt. Ich bin überzeugt,
>dass du auch Geld für Gegenstände/Dienstleistungen ausgibst, wo ich (und
>andere) den Kopf schütteln. Na und? So wie es dein Geld ist, das du nach
>deinen Kriterien allozierst, so gibt es eben andere, die einer
>Eintrittskarte eine höhere Bedeutung zuweisen als du.

Auch wenn ich der Eintrittskarte eine hohe Bedeutung zumessen würde,
wäre ich nicht bereit, das Vielfache des offiziellen Preises zu
bezahlen, schon allein deswegen, weil ich dem Verkäufer den
arbeitslosen Profit in diesem Ausmaß nicht gönne.

Und natürlich gebe ich Geld für Dinge aus, worüber andere vielleicht
den Kopf schütteln, aber darum geht es doch nicht. Es geht nicht um
den subjektiven oder objektiven Wert von Dingen, sondern darum, was
man bereit ist, dafür zu bezahlen. Und es ist auch etwas anderes, wenn
jemand für eine alte Goethe-Ausgabe 1000 Eur auf den Tisch legt, die
nunmal in Sammlerkreisen diesen Wert hat und *die anders nicht zu
bekommen ist*, als wenn jemand erst zu lahmarschig ist, sich
rechtzeitig die Karte zum Normalpreis zu besorgen, und dann mit Sabber
vorm Mund sich völlig dafür ausnehmen läßt.
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Re: Fussballkarten zu sauteuren Preisen weiterverkaufen         


Date: May 15, 2008 03:53

On Thu, 15 May 2008 11:38:50 +0200 Werner Tann wrote:
> es ist auch etwas anderes, wenn jemand für eine alte Goethe-Ausgabe
> 1000 Eur auf den Tisch legt, die nunmal in Sammlerkreisen diesen Wert
> hat und *die anders nicht zu bekommen ist*, als wenn jemand erst zu
> lahmarschig ist, sich rechtzeitig die Karte zum Normalpreis zu
> besorgen, und dann mit Sabber vorm Mund sich völlig dafür ausnehmen
> läßt.

Naja, wenn die Eintrittskarten ob des grossen Andrangs verlost werden
(und zwar von Anfang an unter der Auflage der persoenlichen Verwendung),
anstatt gleich den moeglichen, hoeheren Marktpreis dafuer zu verlangen,
und sich dann die gluecklichen Gewinner als erstes danach umsehen, mit
welchen Ausreden sie ihre Karten fuer vierstellige Betraege am
Schwarzmarkt anbringen koennen, darf man sich zumindestens wahlweise ein
wenig wundern oder aergern. Erst vorgestern am Nachbartisch eines Lokals
gehoert: "und selbst wenn ich mir ein aerztliches Attest besorgen muss;
ich brauch das Geld ja schliesslich".

Servus,
Stefan
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Re: Fussballkarten zu sauteuren Preisen weiterverkaufen         


Author: Wolfgang Decker
Date: May 15, 2008 03:57

Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) schrub:
>Naja, wenn die Eintrittskarten ob des grossen Andrangs verlost werden
>(und zwar von Anfang an unter der Auflage der persoenlichen Verwendung),
>anstatt gleich den moeglichen, hoeheren Marktpreis dafuer zu verlangen,
>und sich dann die gluecklichen Gewinner als erstes danach umsehen, mit
>welchen Ausreden sie ihre Karten fuer vierstellige Betraege am
>Schwarzmarkt anbringen koennen, darf man sich zumindestens wahlweise ein
>wenig wundern oder aergern.

Ist halt das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage.
Warum sollte man sich da ärgern oder wundern?
Das gibt's doch mit *jedem* Produkt.

lg
Wolfgang
--
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Einige meiner besten Freunde sind Fremde.
Aber diese Fremden da sind nicht von hier!« (Methusalix)
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Re: Fussballkarten zu sauteuren Preisen weiterverkaufen         


Date: May 15, 2008 04:15

On Thu, 15 May 2008 12:57:59 +0200 Wolfgang Decker wrote:
>>(und zwar von Anfang an unter der Auflage der persoenlichen
>>Verwendung),
> Ist halt das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage.
> Warum sollte man sich da ärgern oder wundern?

Ich habe den dafuer relevanten Punkt meines Postings stehenlassen.
Verkauft jemand seine Karten einfach so, waere das vermutlich
zivilrechtlich interessant, besorgt er sich dafuer ein aerztliches
Attest (ohne krank zu sein, bis dato sah die zitierte Dame jedenfalls
nicht danach aus), koennte man auch ueber Betrug nachdenken.

(Wie die Vertragsgestaltung genau aussieht, weiss ich mangels jedes
Interesses an Fussball nicht. Offenbar wird der Weiterverkauf aber
ausgeschlossen - ueber die Wirksamkeit dieser Klausel koennte man dann
auch wieder hier diskutieren)

Servus,
Stefan

--
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Re: Fussballkarten zu sauteuren Preisen weiterverkaufen         


Author: Wolfgang Decker
Date: May 15, 2008 04:30

Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) schrub:
>Ich habe den dafuer relevanten Punkt meines Postings stehenlassen.
>Verkauft jemand seine Karten einfach so, waere das vermutlich
>zivilrechtlich interessant, besorgt er sich dafuer ein aerztliches
>Attest (ohne krank zu sein, bis dato sah die zitierte Dame jedenfalls
>nicht danach aus), koennte man auch ueber Betrug nachdenken.
>
>(Wie die Vertragsgestaltung genau aussieht, weiss ich mangels jedes
>Interesses an Fussball nicht. Offenbar wird der Weiterverkauf aber
>ausgeschlossen - ueber die Wirksamkeit dieser Klausel koennte man dann
>auch wieder hier diskutieren)

Wenn die Vertragsklausel aus den AGB, die einen Weiterverkauf
unterbietet, unzulässig ist, braucht derjenige auch kein ärtliches
Attest und es ist daher auch kein Betrug ;-)

Daher ist die wesentliche Frage die der Zulässigkeit einer derartigen
Klausel.
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